Naturschützer lehnen überarbeitete IGA-Pläne ab

Marzahn-Hellersdorf. Die Geschäftsführung der IGA Berlin 2017 GmbH hat sich in Sachen Umgestaltung des Wuhleteichs bewegt. Sie muss aber weiter mit Widerstand seitens der Naturschützer rechnen.

Der Wuhleteich soll laut Planer die erste Attraktion nach Betreten des IGA-Geländes von der Neuen Grottkauer Straße sein. Die Wuhleniederung mit dem Wuhleteich wird auf einer langen Brücke überquert. Am nördlichen Rand des Teichs entsteht ein Umweltzentrum mit Café. Auf die geplante Befestigung des südlichen Bereichs des Wuhleteichs will die IGA-GmbH verzichten. Das verkündete IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt auf einer Diskussionsveranstaltung Anfang November. Der größte Teil des Teiches werde nicht angerührt. Die Diskussion zeigte, dass der IGA GmbH auch bei dieser abgespeckten Variante der Wind seitens der Naturschützer ins Gesicht bläst. Manfred Schubert, Geschäftsführer der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz, begrüßt es zwar, dass am Teich ein Informationspunkt zum Naturschutz entsteht. "Aber das muss nicht alles aus Beton gebaut werden", sagte er.

Positiv sei auch, dass die nördlich vom Teich gelegene Sandlinse zur Information über städtische Ökosysteme genutzt werde. "Wir müssen dabei aber im Auge behalten, die Sandlinse zu schützen", schränkte Schubert ein. Dies gelte ähnlich für die geplante Beweidung des Wuhletals durch Rinder und Schafe. Hier müsse man schauen, wie die einzelnen Gebiete eingezäunt und zugänglich gemacht werden.

Weiterhin lehnen die Naturschützer den Bau einer Seilbahn zum Kienberg ab. "Die Seilbahn kann für die Vögel zu einer tödlichen Falle werden", erläuterte Schubert. Er freue sich aber, dass die IGA-Geschäftsführung zugesagt habe, dass kein Pfeiler für die Seilbahn direkt in das Wuhletal hineingebaut werden soll.

Ein weiterer Streitpunkt zwischen der IGA Berlin 2017 GmbH und den Naturschützern ist die geplante nächtliche Beleuchtung des sogenannten "Wolkenhains", der rund zehn Meter hohen Aussichtsplattform auf dem Kienberg. "Das Licht wird zu einer riesigen tödlichen Insektenfalle", sagt Herbert Lohner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Berlin. "Es gibt auch Lichtfrequenzen, durch die keine Insekten angelockt werden", entgegnete IGA-Geschäftsführer Schmidt. Die Einwände der Umweltschützer würden weiter in den Arbeitsgruppen besprochen. Zur Seilbahn gibt es noch ein Planfeststellungsverfahren, bei dem die Öffentlichkeit beteiligt ist.

Mehr Infos und Kontakt unter www.iga-berlin-2017.de.

Harald Ritter / hari
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