Solarhersteller Inventux erobert jetzt neue Märkte

Ein Mitarbeiter von Inventux prüft im "Reinraum" des Unternehmens in der Wolfener Straße ein fertiges Dünnschichtsolarmodul. (Foto: Inventux)

Marzahn. Die Krise in der deutschen Solarindustrie geht weiter. Der Solarhersteller Inventux hat sich nach einem Insolvenzverfahren 2012 in den zurückliegenden Monaten stabilisiert.

"Wir sind noch enger an unseren Kunden und erschließen uns neue Märkte", sagt Christian Plesser, Geschäftsführer der Inventux Solar Technologies. Das Unternehmen mit Sitz in der Wolfener Straße ist einer der größten produzierenden Betriebe in Marzahn-Hellersdorf. Im vergangenen Jahr erfasste die Krise in der deutschen Solarindustrie auch das Marzahner Unternehmen. Die chinesische Solarindustrie drängte mit Niedrigpreisen für Solarmodule auf den europäischen Markt. Deutsche Hersteller wie Inventux erlitten starke Absatzeinbrüche. Gleichzeitig kürzte die Bundesregierung die Solarförderung. Inventux konnte Rechnungen nicht mehr bezahlen und meldete Insolvenz an.

Im Zuge des Insolvenzfahrens firmierte sich das Unternehmen von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH um. Neue Kapitalgeber und Miteigentümer aus Südamerika kamen hinzu. Trotzdem musste Inventux mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter entlassen. Heute arbeiten am Standort Wolfener Straße noch 100 Mitarbeiter. Die Produktion wurde gleichzeitig modernisiert, um mit weniger Arbeitskraft mehr produzieren zu können.

Mit den Kontakten nach Südamerika konnte Inventux auf neuen Märkten Fuß fassen. Dabei half Inventux die Produktion von Dünnschichtmodulen. Sie kommen beispielsweise mit den starken Temperaturschwankungen in den Bergregionen Südamerikas besser zurecht als die Solarmodule anderer Hersteller.

Um den Stromertrag zu steigern, bedarf es jedoch auch eines insgesamt verbesserten Produktes. So hat das Unternehmen etwa das Zusammenspiel zwischen Solarzellen und Unterkonstruktion optimiert.

"Wir verkaufen nicht einfach Solarmodule, sondern bieten unseren Kunden im Ausland komplexe Lösungen an", erläutert Plesser. Diese Strategie trägt Früchte. Inventux erhielt zum Beispiel einen Großauftrag aus Chile, die Solarmodule für den derzeit größten Solarpark zu liefern. Weitere Projekte in Chile und anderen Ländern Mittel- und Südamerikas sind in Planung. Zurzeit bemüht sich das Unternehmen, auch den arabischen Raum als Markt zu erschließen.


Harald Ritter / hari
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