Trotz Einbußen: Die Linke bleibt stärkste Kraft

Links gegen rechts: Die Bürger wählten mehrheitlich die Kandidatin der Linken, bescherten aber zugleich der NPD die besten Werte in Berlin. (Foto: Schubert)

Marzahn-Hellersdorf. Bei der Bundestagswahl bestätigte der Bezirk seinen Ruf als Hochburg der Linkspartei. Doch der CDU gelang es, ihr Ergebnis gegenüber 2009 zu verbessern. Sorge bereitet das Abschneiden rechter Parteien - im Wahllokal direkt am Flüchtlingsheim erreichte die NPD einen zweistelligen Wert.

Stark, aber nicht mehr uneinholbar an der Spitze: Mit 38,9 Prozent der Erststimmen war Petra Paus Wiedereinzug in den Bundestag eine deutliche Angelegenheit. Doch im Vergleich mit den Kandidaten in den anderen linken Hochburgen Lichtenberg und Treptow-Köpenick schnitt Pau am schwächsten ab. "Sehr viele haben mir geholfen, mein Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf, klar zu verteidigen. Die Linke hat sich nach innerparteilichen Querelen wieder berappelt und ist nunmehr drittstärkste Partei im Bundestag", erklärte sie nach dem Wahlerfolg.

Stärker als bei der vergangenen Wahl, folgten die CDU-Kandidatin Monika Grütters (25,8 Prozent) und Iris Spranger für die SPD (17,1 Prozent) auf den Plätzen. Über die CDU-Landesliste gelang Grütters ebenfalls der Einzug in den Bundestag. Keine Rolle spielten Grüne und Piraten - ihre Kandidaten und Zweitstimmen-Ergebnisse blieben jeweils unter fünf Prozent.

Erkennbar werden die Einbußen der Linken auch beim Blick auf die Zahlen von 2009. Damals erreichte Petra Pau noch 47,7 Prozent der Erststimmen, und ihre Partei distanzierte die CDU als zweitstärkste Kraft um mehr als die Hälfte. Diesmal blieb der Abstand besonders bei den Zweitstimmen geringer. Die Linke kam auf 32,9 Prozent, die CDU erstarkte von 18 auf 26 Prozent. In der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist die FDP mit Werten im Ein-Prozent-Bereich bei beiden Stimmen. Den Erfolg der FDP von 2009 erbte die eurokritische AfD - mit 6,4 Prozent bei den Zweistimmen liegt über dem Landesdurchschnitt und punktet im Wahllokal an der Mittenwalder Straße zweistellig.

Nachdenklich stimmt der Zulauf am äußersten rechten Rand: In keinem anderen Berliner Bezirk schnitt die NPD besser ab. 4,2 Prozent bei der Erststimmen und 3,9 Prozent bei der Zweitstimme standen in der Tabelle. Ihr bestes Ergebnis erreichten die Rechten in Wahllokalen nahe der Carola-Neher-Straße, wo sie mit dem Protest gegen das Heim für Asylbewerber offenbar punkten konnte. Hier verbuchten sie mehr als zehn Prozent.


Thomas Schubert / tsc
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