Projektentwickler hat Pläne für die Wollenberger Straße

Das Areal an der Wollenberger Straße könnte endlich saniert werden. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Seit Jahren liegen die neun Häuser des ehemaligen Ausländerheimes an der Wartenberger und Wollenberger Straße brach. Jetzt gibt es einen neuen Interessenten, der am Standort investieren und den städtebaulichen Schandfleck beseitigen möchte.

Der Berliner Projektentwickler Cavere will sich um das brach liegende Areal an der Wollenberger und Wartenberger Straße kümmern. Rund 650 Wohneinheiten seien geplant, verkündete der Fachbereichsleiter des Stadtplanungsamts Lichtenberg, Klaus Güttler-Lindemann in der April-Sitzung des Ausschusses für Ökologische Stadtentwicklung.

Bis vor Kurzem hatte sich noch die Lakis Group aus Neuss in Nordrhein-Westfalen am Projekt versucht, scheiterte aber an der Umsetzung. Der neue Investor hat immerhin schon ein Wohnprojekt in der Rhinstraße 147 verwirklicht. "Cavere hat beim Bezirksamt beantragt, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen", sagt Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung.

Nünthel unterstreicht, er sei dieses Mal von den Realisierungsabsichten und der Ernsthaftigkeit der Investoren überzeugt. Denn die Lakis Group hatte das Gelände nicht wie versprochen entwickelt, sondern es immer weiter verfallen lassen. Weil es zudem ungenügend gesichert war, ließen sich Obdachlose dort nieder, es gab Todesfälle. Die Polizei räumte schließlich das Gelände, der Bezirk sperrte es zunächst auf Kosten der Steuerzahler ab und verlangte das Geld dann vom Grundstückseigentümer zurück. Die Gebäude aber verfielen und verfallen weiter.

Das will Cavare nun endlich ändern. "Ein Bebauungsplan ist notwendig, weil wir in der Nähe dieses Gebietes Gewerbe haben. Wir wollen planungsrechtlich verhindern, dass es zu Konflikten kommt", so Nünthel.

Außerdem will der Bezirk dafür sorgen, dass die öffentlichen Interessen bei den Planungen berücksichtigt werden. Ein städtebaulicher Vertrag soll daher nicht nur den Bau einer Kindertagesstätte regeln. Weil in die geplanten 650 Wohnungen absehbar auch Familien mit Schulkinder ziehen werden, will der Bezirk den Investor für eine Ausgleichszahlung gewinnen. Das Geld könnte der Bezirk für einen Schulneubau im Gebiet nutzen.

Allerdings: Bevor die Bauarbeiter auch nur einen Spaten in die Hand nehmen, um auf dem Gelände aufzuräumen, muss der Bebauungsplan stehen. Bis der aufgestellt ist, können 18 Monate ins Land ziehen.

So bleibt den Anwohnern und Passanten der Anblick der Ruinen an der Wollenberger und Wartenberger Straße vorerst nicht erspart. "Wir haben jederzeit die Möglichkeit, das Gelände in einer Ersatzvornahme zu sichern, sofern das notwendig werden sollte", räumt Nünthel mögliche Sicherheitsbedenken aus. "Die wirkungsvollste Maßnahme wäre aber, das Gelände endlich vernünftig zu bebauen."


Karolina Wrobel / KW
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