Lankwitzer Werkstätten wiedereröffnet

Betriebsstättenleiter Dietmar Euhus präsentiert handbedrucktes Geschenkpapier, das in den Lankwitzer Werkstätten hergestellt wird. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Die Lankwitzer Werkstätten am Hagenower Ring 63-65 eröffnen nach einjähriger Sanierung. Die Werkstatt und der Förderbereich bieten rund 60 schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen eine Beschäftigung.

"Menschen mit Behinderung haben oft keine Lobby, sie kämpfen um Anerkennung", weiß Klaus Leonhardt. Der Geschäftsführer der Lankwitzer Werkstätten setzte sich zusammen mit vielen Eltern und Angehörigen für die Sanierung des ehemaligen Kita-Gebäudes am Hagenower Ring ein. Hier werden bereits seit fast zwei Jahrzehnten schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen gefördert und betreut.Jetzt konnte die Betriebsstätte nach einjähriger Bauzeit wiedereröffnen. Den Um- und Ausbau ermöglichte erst die Stiftung Deutschen Klassenlotterie Berlin, welche die Arbeiten mit 1,3 Millionen Euro förderte. Zudem unterstützte das Integrationsamt Berlin die Umbauarbeiten mit einer halben Million Euro. Eine weitere halbe Million Euro investierten die Lankwitzer Werkstätten aus ihren Eigenmitteln.

Mit der Modernisierung der Betriebs- und Förderstätte am Standort am Hagenower Ring kann die Betreuung von etwa 60 Menschen gesichert werden. Zukünftig sollen die Werkstätten 80 Plätze im Förder- und Arbeitsbereich anbieten. "Ein dauerhaftes Angebot in den Werkstätten ist wichtig", erklärt der Vorsitzende des Fördervereins der Lankwitzer Werkstätten, Hans-Joachim Bliemeister. "Das hilft, eine Beziehung mit den Betreuern aufzubauen und schafft auch einen gewohnten Rhythmus im Alltag. So fühlen sich die Menschen wohl." Ein barrierefreies Umfeld, in dem jeder Raum mit Rollstuhl zugänglich ist, dazu eigene Therapieräume für Physiotherapie oder Bewegungstherapie, dazu Gruppenräume und speziell ausgestattete Sanitär-Räume ermöglichen nun endlich eine angemessene Betreuung und Förderung. Dazu gehört auch die Arbeit in den Werkstatträumen. Deshalb sind die Werkstätten nicht nur ein Ort der Betreuung und Pflege. Hier finden Menschen mit schweren Handicaps einen anerkannten und wirtschaftlichen Arbeits- und Beschäftigungsort jenseits ihrer häuslichen Umgebung.

Individuelle Fähigkeiten der beruflichen Bildung werden gefördert - ob durch handwerkliche Arbeiten, Hauswartstätigkeiten oder die Unterstützung in der Produktionsküche. Zusätzliche Fördergruppen ermöglichen Menschen, die einer überdurchschnittlichen Pflege bedürfen, ebenfalls eine Teilhabe durch Beschäftigung.

"Wir wollen Menschen befähigen, im Alltag zurechtzukommen. Es geht darum, eine Tagesstruktur zu schaffen, denn die hier betreuten Menschen sind nicht ohne weiteres belastbar", erklärt Betriebsstättenleiter Dietmar Euhus. Deshalb wurde beim Umbau der Betriebsstätte auch darauf geachtet, Ruhebereiche zu schaffen. So soll der neu eingerichtete "Snoezelraum" der Entspannung dienen. Dieser Raum der Ruhe bietet neben einer reizarmen Umgebung nicht nur weiche Sitz- und Liegemöglichkeiten, sondern spricht mit einer steuerbaren Farblichtgebung und einer Wassersäule die Sinne an.

Die Lankwitzer Werkstätten gibt es neben dem Standort am Hagenower Ring an zwölf weiteren Standorten in Berlin und Brandenburg. Die anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen werden vom Landesverband der Arbeiterwohlfahrt Berlin getragen.

Weitere Infos unter www.lankwitzer-werkstaetten.de.

Karolina Wrobel / KW
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