Quartier am Mühlengrund: Bürger kritisieren Pläne

Der Abriss des Mühlenradbrunnens ist nicht vom Tisch. Die Reparatur ist laut Bezirksamt zu teuer. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Das Nahversorgungszentrum am Mühlengrund wird aufgegeben. Stattdessen soll hier ein Quartier mit kleinem Gewerbe und Wohnen entstehen.

Die Pläne für die Neuentwicklung des Standorts an der Straße am Rotkamp stießen bei der Bürgerversammlung am 10. April auf heftige Kritik der Bürger. Das zu großen Teilen seit Jahren leerstehende Nahversorgungszentrum soll abgerissen werden. Drei Neubauten sollen das Ensemble bestehend aus den zwei Bauten des Mühlengrund-Centers und der leerstehenden Kaufhalle ersetzen. Der Planer Daniel Bormann stellte die Pläne vor. Demnach werden die niedrigen Bestandsbauten durch zwei sechsgeschossige Gebäude und ein achtgeschossiges Punkthochhaus ersetzt. "Wir möchten für den Mühlengrund eine neue Mitte, die Wohnen und Dienstleistungen miteinander verbindet", so Bormann. Geplant ist, den noch bestehenden kleineren Einzelhandel und die ansässigen Ärzte zu halten, den Standort aber zusätzlich mit der Wohnbebauung neu zu entwickeln. Die Mieten sollen sich am bezirklichen Bündnis für Wohnen orientieren, das auch sozial verträgliche Mieten vorsieht. Noch ist jedoch kein Bauantrag beim Bezirksamt eingegangen.

Gerade das geplante achtgeschossige Punkthochhaus stieß bei den Bürgern auf Kritik. Das Haus sei zu hoch, der Ausblick der benachbarten Wohngebäude am Rotkamp werde verbaut und auch der Stadtplatz verschattet, so die Meinung einiger Anwohner. Viele befürchten eine Zunahme des Parkplatzproblems.

Wie die neue Mitte am Mühlengrund künftig aussehen wird, ist fraglich. Denn jetzt überlegt der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU), den Mühlenradbrunnen abzureißen. "Eine Sanierung des Brunnens würde 300 000 Euro kosten", sagte Nünthel. Diese Summe steht dem Bezirk seitens des Förderprogramms Stadtumbau Ost für die gesamte Platzsanierung zur Verfügung, die in den Jahren 2014/2015 erfolgen soll. "Eine Brunnenreparatur macht keinen Sinn", so Nünthel. Die Alternative könnte sein, nach dem Abriss einen neuen Brunnen zu bauen. Doch der Stadtplatz würde mit dem Mühlenradbrunnen des Künstlers Achim Kühn zugleich auch seinen Namensgeber verlieren.


Karolina Wrobel / KW
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