Streetwork-Projekt für Jugendliche war großer Erfolg

Gut gestylt ist halb gewonnen, das wissen Milovan und Paule (v.l.). Sie gehören zum Umbau-Team, der aus dem BWM ein Pickup machte. (Foto: Wrobel)
 
Milovan, Paule und Oliver (von links) schraubten am Wagen und präsentieren ihn nicht ohne Stolz. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Ein halbes Jahr lang schweißten und hämmerten Jugendliche aus dem Kiez zusammen mit Streetworkern vom Verein Gangway an einem alten BMW herum. Dann verpassten sie dem Wagen noch frische Farbe. Das Ergebnis ist ein schmucker Pickup, den die Jungs jetzt der Öffentlichkeit präsentierten.

Die Idee fürs Projekt "We Pimp That Car" (Wir motzen das Auto auf) entstand ganz spontan. "Ein junger Mann, den wir früher betreuten, kam auf uns zu und fragte, was man mit seinem alten 3er BMW anfangen könne", erzählt der Hohenschönhausener Streetworker Steffen Schellhase. Die Jugendlichen, die sich regelmäßig am Streetmobil des Vereins Gangway am Allee-Center in der Landsberger Allee treffen, hatten schnell ihre Vorstellungen formuliert: "Tiefer, breiter, schneller! So wollte ich das machen", sagt Oliver Bock. Der 18-jährige gehört zu den sechs Jungs, die ein halbes Jahr lang am noch fahrbaren Wagen schraubten, schweißten und ihn dann kunstvoll mit Airbrush verzierten. Das Auto wurde letztlich nicht tiefer gelegt, sondern zu einem Pickup umgebaut. Dafür mussten die Jungs das Dach des BMW teilweise abnehmen und eine Ladefläche montieren.

"Wir hatten viele Unterstützer, die den Jugendlichen ihre Zeit und ihr Wissen geschenkt haben", sagt Steffen Schellhase. Jeden Mittwochabend traf sich die Clique in der Kfz-Selbsthilfewerkstatt in der Herzbergstraße 19. Die Mechaniker dort leiteten die Jugendlichen an. So konnten die viele handwerkliche Fähigkeiten entdecken. "Beim Umbau des Wagens hatte ich zum ersten Mal professionelles Werkzeug in der Hand. Ich konnte richtig schweißen und flexen", erzählt Oliver Bock. "Die Ladefläche zu bauen, das war schon das schwierigste."

Auch der 19-jährige Milovan Matovic ist sichtlich stolz auf das Ergebnis. Er schweißte stundenlang an der Ladefläche und verbaute dabei Trompetenblech. "Das Auto ist ein echtes Schmuckstück geworden", sagt er. Der Wagen erhielt nicht nur grüne Leuchtelemente, die ihn zu einem Blickfang machen. Die Jungs lackierten das Mobil schwarz, als Grundierung für die Airbrush-Motive. Auf der einen Seite prangt jetzt der Schriftzug "Hohenschönhausen" - quasi als Gruß an ihre Heimat. Die andere Seite zieren Motive wie das Berliner Wappen und der Fernsehturm. Außerdem haben alle Jugendlichen und die Mitarbeiter des Streetwork-Teams von Gangway den Wagen signiert.

Obwohl die ehemalige Limousine fahrtüchtig ist, wird sie keinen TÜV erhalten können. "Das ist einfach zu teuer", sagt Steffen Schellhase. Stattdessen wollen die Jugendlichen ihr Kunstwerk auch anderen präsentieren und so zeigen, was junge Leute aus purem Spaß an der Sache leisten können. Das Team sucht nach Ausstellungsmöglichkeiten für das Fahrzeug, das Anfang Februar noch im Allee-Center zu sehen war. Unterstützt wurde das Projekt unter anderen durch den Bürgerhaushalt Lichtenberg, den Verein Gangway und die Kfz Selbsthilfewerkstatt.

Interessenten wenden sich an Steffen Schellhase unter hsh@gangway.de. Den Umbau des Wagens zum Pickup dokumentierten die Jugendlichen auch im Internetblog wepimpthatcar.tumblr.com.

Karolina Wrobel / KW
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