Studenten entwickeln Ideen für den Ortsteil

Arvid Krüger (rechts) präsentierte mit den Studenten Clemens Weise, Daniel Hädrich, Lisa Czerwonka und Paula Pons (v.r.) die Studienergebnisse. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Studenten der Bauhaus-Universität in Weimar wollen den Bahnhof Hohenschönhausen unter die Erde legen. Das ist kein Witz, sondern eine futurische Idee.

Ein idyllischer grüner Hügel mit viel Rasen markiert den Ort an der Falkenberger Brücke. Der Bahnhof Hohenschönhausen ist verschwunden. Den Bahnhof haben die Studenten der Urbanistik von der Bauhaus-Universität Weimar in ihren Plänen nämlich unter die Erde verlegt. "Das unterirdische Bahnhofsgebäude böte 6000 Quadratmeter Platz. Und der Hügel selbst würde die bis heute durch die Bahntrasse abgetrennten Stadtteile durch einfachste Wegeverbindungen wieder problemlos erreichbar machen", erklärt Student Daniel Hädrich. Ein unterirdischer Bahnhof war nur eine von vielen futuristischen Ideen der Studenten, die das städtebauliche Bild der Großsiedlung zu verändern suchen.Von April bis Juli setzten sich die rund 20 Studenten mit den städtischen Problemen und Besonderheiten von Neu-Hohenschönhausen auseinander. "In einer Lehrveranstaltung an der Bauhaus-Universität versuchten wir mit den Studenten Probleme aus dem wirklichen Leben zu lösen", erklärt Dozent Arvid Krüger. Dass die Studenten ihren Fokus ausgerechnet auf die östliche Großsiedlung in Lichtenberg richteten, liegt am Zweitjob des Dozenten. Denn Arvid Krüger leitet gleichzeitig das Welsekiezmanagement im Ortsteil. Ende August stellten die Studenten ihre Konzepte den Anwohnern vor.

Sie haben vier Orte besonders unter die Lupe genommen. Neben dem Bahnhof Hohenschönhausen war das auch der Barther Pfuhl. Hier könnte ein Naturlehrpfad und ein Wegeleitsystem in Tierform eingerichtet werden, so die Idee der Studenten. "Die Attraktion ist aber unsere Moses-Brücke", erklärte Studentin Paula Pons. Der Brückenboden liegt dabei tief unter der Wasseroberfläche, dicke Glaswände zur rechten und linken Seite "teilen" die Wassermassen und machen die Brücke trockenen Fußes begehbar. "Auf dem Punkthochhaus in der Zingster Straße 21 könnte dann zusätzlich eine Aussichtsplattform mit installierten Ferngläsern entstehen. Infotafeln würden dann über das Panorama informieren", so Pons.

Eine der wichtigsten Forschungsaufgaben der Studenten war die städtebauliche Umgestaltung für den Grünen Campus Malchow am Schulstandort in der Doberaner Straße. Hier ist das Gelände mit mehreren Schulgebäuden durch Zäune parzelliert, die Baufälligkeit der Häuser wie etwa Am Hechtgraben 1 fällt ins Auge.

Die Studenten entwickelten die Idee eines zusammenhängenden, repräsentativen Campus. Hierfür würde die Doberaner Straße in dem Campus-Bereich vom Anliegerverkehr abgetrennt. Eine Umwegung für Fußgänger würde den Zugang zum Malchower See sichern. Natürlich würden die Freiflächen gestaltet: "Wir haben uns Baumhäuser als grünes Klassenzimmer vorgestellt. Das würde das Konzept der Schule im Grünen am besten tragen", so Weise.

Der Chef der Stadtplanung im Bezirk, Klaus Güttler-Lindemann, begrüßte die forschen Ideen der Studenten und Den Blick von Außen. "Das hilft gegen eine mögliche Betriebsblindheit." Auf ein städteplanerisches Problem hat der Bezirk bereits reagiert. Bald soll ein Teil der Doberaner Straße der Schule zufallen. "Das Entwidmungsverfahren läuft bereits", so Güttler-Lindemann. Die Projektergebnisse sind bis 30. September im Welsekiezmanagement, Warnitzer Straße 14, einzusehen.

Weitere Infos gibt es im Internet unter welsekiez.de

Karolina Wrobel / KW
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