Parken nur mit Parkscheibe am Schlachtensee

Nikolassee. Wer auf dem Parkplatz am Bahnhof Schlachtensee mehr als zwei Stunden parkt, wird seit 1. September von der Park&Control mit 30 Euro zur Kasse gebeten. Anwohner klagen, dass dies sofort gilt, wenn keine Parkscheibe im Auto liegt.

Die Autofahrer staunten nicht schlecht. Ein Jahr lang konnten sie kostenlos parken, um die Geschäftshäuser aufzusuchen. Jetzt geht es nur noch mit Parkscheibe und nur noch zwei Stunden kostenlos. Ab der 121. Minute wird kassiert: Dann müssen Dauerparker 30 Euro bezahlen. Dies teilen Schilder an der Einfahrt zum Parkplatz mit - aufgestellt von der Firma Park & Control PAC GmbH. Die Strafe wird allerdings auch fällig, wer ohne Parkscheibe sein Fahrzeug abstellt.So erging es zum Beispiel einer Mutter, die morgens nur schnell beim Bäcker einkaufen wollte. Als sie zum Auto zurückkehrte, habe das Knöllchen an der Scheibe geklebt. Der angesprochene PAC-Kontrolleur habe nur mit den Achseln gezuckt. "Wer die Parkscheibe vergisst, verstößt gegen die Einstellbedingungen", bestätigt PAC-Sprecher Martin Rassfeld. Dann falle die Gebühr an - auch nach einer Minute.

"Unverhältnismäßig" findet Frank Rawlinson von der Bürgerinitiative Rehwiese, die Gebühr. "Da nutzt es auch nichts, wenn per Videoüberwachung auf dem Gelände zugunsten des Delinquenten nachgewiesen werden kann, dass er die zulässige Parkdauer von zwei Stunden nicht überschritten hat", sagt er. "Ein kundenfreundlicher Parkplatzbetreiber hätte mit Hinweiszetteln an Fahrzeugen sowie Mitteilungen in der Lokalpresse und in den Geschäften vorher über die Veränderung informiert."

Rassfeld widerspricht. "Wir haben in der ersten Woche nicht kassiert, sondern nur Warnzettel verteilt. Wer jetzt dort parkt, für den gilt das Vertragsverhältnis."

Die Park & Control betreibe fünf solcher Abstellplätze in Berlin, 45 in ganz Deutschland. In Schlachtensee gebe es sieben oder acht Hinweistafeln die auf die Parkraumbewirtschaftung hinwiesen. Rassfeld: "Uns ist daran gelegen, dass Leute, die dort einkaufen, auch einen Parkplatz bekommen." Im Falle der Brötchenholerin zeigte sich die PAC inzwischen kulant: sie verzichtete auf die Gebühr.


Martinus Schmidt / mst
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