Strandbad Wannsee: Die Renovierung beschäftigt die Gerichte

Wer trägt die Verantwortung für Schäden bei der Sanierung des Wannseebades? (Foto: Archiv: M. Schmidt)

Nikolassee. Beim Streit um die 2005 bis 2007 erfolgte Renovierung des Strandbads Wannsee ist keine Einigung in Sicht. Die Berliner Bäderbetriebe und der Baukonzern Hochtief prozessieren um Baumängel am Objekt. Der Bezirk und Senat schauen zu.

Die 12,5 Millionen Euro teuren Umbauten an Teilen des historischen Strandbades nahm die Stiftung Denkmalschutz vor. Nach Angaben des Bezirks hat es nach Fertigstellung keine Bauabnahme gegeben. Der Bezirk hat die Angelegenheit lange aus der Hand gegeben. Erst 2012 beschloss der Landesdenkmalrat, Schäden durch unsachgemäße Bauausführung zu begutachten.

Zunächst wurden nur schlecht schließende Türen, Kittaushärtung in den Fenstern und Malerarbeiten an den Fenstern beanstandet. Die Fehler wurden nach Senatsangaben im Rahmen der Gewährleistung behoben. Nach Auskunft der Berliner Bäderbetriebe (BBB) traten dann jedoch Mängel auf, die sich an blätternden Farbanstrichen, Rissen in den Fußbodenbelägen oder Feuchtigkeitsschäden im Wandelgang zeigten.

Die Forderungen gegen den Generalunternehmer, die Hochtief AG, trat die Stiftung Denkmalschutz an die BBB ab, die seit 18 Jahren die Badeanstalten der Stadt betreiben. "Es gibt Schäden, die behoben werden müssen. Wir haben rechtzeitig unsere Ansprüche geltend gemacht", sagt BBB-Sprecher Matthias Oloew. Streitpunkt in den noch laufenden Verhandlungen ist, was die Ursache für die später entdeckten Mängel ist. "Wir sagen: Es war die nicht sachgemäße Bauausführung", erklärt Oloew. Hochtief-Sprecher Stefan Hannen möchte sich zum laufenden Verfahren nicht äußern.

Nun hängt die Klage beim Verwaltungsgericht. "Wann die Entscheidung des Gerichts fällt, liegt nicht unserer Hand." Die Schäden sind laut dem BBB-Sprecher allerdings nicht so gravierend, dass das Bad geschlossen werden müsste.


Martinus Schmidt / mst
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