Feuerwehrmann Ingo Sperling stoppte tierischen Amoklauf

Feuerwehrmann Ingo Sperling stoppte den tierischen Amoklauf durch Oberschöneweide. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Am 1. Mai war Traberstute "Bora Geran" von der Karlshorster Rennbahn geflohen. Auf dem Weg nach Oberschöneweide hinterließ das sechs Jahre alte Tier eine Spur der Verwüstung. Erst ein Feuerwehrmann konnte das Chaos beenden.

Hauptbrandmeister Ingo Sperling (49) war mit seinen Leuten am 1. Mai in Bereitschaft. Er hatte von der Feuerwache aus die Demonstrationszüge durch Schöneweide beobachtet. Gegen 15 Uhr stand er mit anderen Wehrleuten vor dem Wachgebäude an der Siemensstraße. "Da hörte ich ein Scheppern und Poltern aus Richtung Edisonstraße. Und dann kam das Pferd auch schon um die Ecke. Mit dem umgekippten Sulky erwischte es das Straßenschild an der Ecke Siemensstraße und lief dann in unsere Richtung", erinnert sich Sperling. Unter den Passanten in der Siemensstraße löste das tobende Tier Panik aus, sie sprangen in nahe Hauseingänge. Eine ältere Frau wurde schnell in die Feuerwache geholt. "Ich habe mich dem Pferd mit erhobenen Armen in den Weg gestellt. Es wurde sofort langsamer, ich habe es dann am Geschirr gepackt", berichtet Ingo Sperling. Ein Polizeibeamter, der das wild gewordene Tier bereits von Karlshorst verfolgt hatte, kam dem Feuerwehrmann zu Hilfe. Gemeinsam brachten die Männer "Bora Geran" auf den Hof der Wache. "Dort habe ich sie mit einer Fangleine aus dem Feuerwehrdepot angeseilt. Dann konnte das Pferd auf unserem Hof einige Runden drehen, um sich zu beruhigen", sagt Sperling.

Die schnell eingetroffene Tochter der Besitzerin wollte das wertvolle Tier dann nach Karlshorst zurückreiten. "Sie meinte, ,Bora Geran‘ wäre völlig verkehrssicher", erinnert sich Sperling. "Das hat der Polizist allerdings mit der Bemerkung ,das haben wir ja gesehen‘ abgelehnt", schmunzelt der Retter von der Feuerwache Siemensstraße. Das Rennpferd wurde dann mit einem Wagen nach Karlshorst gebracht.

Neben dem geschrotteten Sulky gehören zur Bilanz des tierischen Ausflugs mehrere beschädigte Autos, darunter zwei Zivilfahrzeuge der Polizei, ein Motorrad und zwei Fahrräder. Vermutlich wird die Haftpflichtversicherung der Pferdebesitzerin dafür aufkommen müssen.

Übrigens Die Freiwillige Feuerwehr Oberschöneweide ist in diesem Jahr bereits 240 Mal zu Alarmen ausgerückt. Wer ehrenamtlich beim Retten und Löschen helfen möchte, ist gern gesehen. Donnerstags ab 19 Uhr kann man sich zum Übungsabend in der Siemensstraße 22 vorstellen.


Ralf Drescher / RD
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