Bezirk investiert 65 000 Euro in das Ehrenmal

Steinmetz Roland Riesenberg und Bürgermeister Oliver Igel mit der Grundsteinschatulle von 1927 vor dem restaurierten Denkmal. (Foto: Ralf Drescher)

Rahnsdorf. Auf dem Schonungsberg steht seit 1928 das einzige Gefallenendenkmal des Bezirks. Jetzt wurde die Anlage nach mehrmonatiger Sanierung übergeben.

Errichtet wurde der Obelisk aus Rüdersdorfer Kalkstein damals, um an die 83 Rahnsdorfer zu erinnern, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten. Auftraggeber war der Militärverein Rahnsdorf. "Für die Anwohner war es kein Kriegerdenkmal, sondern ein Gefallenenehrenmal", berichtet Ortschronist Heinrich Jendro. Er hat im Geheimen Staatsarchiv dazu mehrere Dokumente eingesehen, darunter einen Bericht von der Grundsteinlegung am 18. September 1927.Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Denkmal dann umgestaltet worden, zur Erinnerungsstätte für die Opfer von Faschismus und Krieg, wie eine Tafel von 1959 informiert. Die Namen der einzelnen Kriegsgefallenen waren damals allerdings entfernt worden.

Wiederhergestellt wurde das Denkmal jetzt in der Fassung von 1959. "Es befand sich schon seit Jahrzehnten in einem schlechten Zustand, eine Birke wucherte aus den Spalten zwischen den Steinen nach oben. Deshalb hatte ich bereits 2004 in der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag gestellt, das Denkmal zu restaurieren", erzählte der damalige Verordnete und heutige Bürgermeister Oliver Igel (SPD) während der Übergabe. Ausgeführt hat die Arbeiten Steinmetzmeister Roland Riesenberg aus Blankenfelde-Mahlow. Dabei musste ein Teil der Kalksteine ersetzt werden. "Sie stammten aus dem Rüdersdorfer Steinbruch. Heute sind dort Steine in dieser Größe nicht mehr zu haben. Bei einem Kunden in Zehlendorf fand ich aber welche, die aus der Entstehungszeit des Denkmals stammen. Die konnte ich für die Restaurierungsarbeiten erwerben", erzählt Roland Riesenberg. Er hatte beim Beginn der Arbeiten übrigens die Grundsteinschatulle mit Dokumenten von 1927 gefunden. Sie wurde an Bürgermeister Igel übergeben, im kommenden Jahr sollen die Dokumente dann im Museum Köpenick gezeigt werden.

Oliver Igel, von dem vor bald einem Jahrzehnt die Initiative zur Restaurierung ausging, ist zufrieden. "Es gibt sonst nirgends in Berlin eine so ansprechende Gedenkstätte, die an die Opfer beider Weltkriege erinnert", meint er. Finanziert wurden die Arbeiten aus Mitteln der baulichen Unterhaltung des Bezirks. Rund 65 000 Euro hat die Sanierung gekostet.

Zu erreichen ist das Denkmal am besten von der Mönchsheimer Straße, Ecke Kolpiner Weg.

Ralf Drescher / RD
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