Neue Anlegestelle in Rahnsdorf wurde nicht genehmigt

Die Rahnsdorfer Ruderfähre soll durch ein Motorschiff ersetzt werden. Dafür reicht der Steg im Hintergrund nicht aus. (Foto: RD)

Rahnsdorf. Der Versuch, die beliebte Rahnsdorfer Ruderfähre durch eine Motorfähre zu ersetzen, hat schwere Schlagseite erlitten. Ein von der BVG beantragter neuer Schiffsanleger am Müggelheimer Ufer wurde nicht genehmigt.

Der hätte die in diesem Bereich ohnehin schon enge Müggelspree noch weiter eingeschränkt. "Der Antrag wurde aus schifffahrtspolizeilicher Sicht abgelehnt", teilt Gerrit Riemer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin (WSA) auf Nachfrage mit. Der Antrag wurde nach Angabe der Behörde bereits Ende November abgelehnt. Wie uns das WSA schreibt, ist die Müggelspree im Bereich Alt-Rahnsdorf für bis zu 67 Meter lange und 8,25 Meter breite Schiffe zugelassen und im Sommer neben Fahrgastschiffen - die MS "Mark Brandenburg" der Stern und Kreis Schiffahrt erreicht bis auf wenige Zentimeter die maximal zulässige Größe - auch von zahlreichen Sportbooten frequentiert. "Jegliche Einschränkungen über die jetzt eingeschränkte Wasserfläche hinaus, wie es die beantragte Planung für einen neuen Fähranleger darstellt, stellen eine Gefährdung des Schiffsverkehrs dar", teilt Gerrit Riemer vom WSA mit.Bei der BVG prüft man nun, ob es Alternativen zur eingereichten und abgelehnten Planung gibt. "Wir prüfen auch, welche Konsequenzen sich aus einem völligen Verzicht auf den Neubau des Stegs ergeben würden", teilt BVG-Pressesprecher Klaus Wazlak mit.

Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zeigt man sich von der Entscheidung der Schifffahrtsbehörde angesäuert. "Wir können die Ablehnung nicht nachvollziehen, die BVG muss Widerspruch einlegen. Es ist nicht geplant, die Ruderfähre über 2013 hinaus zu betreiben", sagt Sprecherin Petra Rohland.

Beim Senat sieht man die Tatsache, dass eine Motorfähre auch Rollstühle zwischen den Müggelheimer Spreewiesen und dem Dorfkern von Rahnsdorf transportieren könnte, als Vorteil. Die touristische Attraktivität einer der letzten Ruderfähren Deutschlands spielte bei diesen Betrachtungen bisher keine Rolle. Fischermeister Andreas Thamm, der am Fähranleger sein Fischgut betreibt, und der örtliche Bürgerverein wollen sich jedenfalls weiter für den Erhalt der Ruderfähre einsetzen.


Ralf Drescher / RD
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