Der Krankenstand bei Hort-Erziehern ist derzeit besonders hoch

Reinickendorf. In zahlreichen Horten des Bezirks ist derzeit die Personaldecke extrem dünn. Viele Erzieher sind erkrankt. Gruppen müssen zusammengelegt und Angebote gekürzt werden.

In der Victor-Gollancz-Schule in Frohnau ist die Situation besonders angespannt. Seit Wochen arbeiten die Erzieher am Rande der Belastungsgrenze. Der Grund: Von elf Kollegen sind maximal fünf anwesend. "Die anderen sind erkrankt, zwei Erzieherinnen längerfristig", klagt Schulleiter Erich Ergang. Für den Hortbetrieb ist das folgenreich. Bei so hohen Krankenständen müssen Gruppen zusammengelegt werden, damit alle 170 Kinder beaufsichtigt werden können. Die Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag ist gestrichen und beim Frühdienst hilft eine Erzieherin aus der benachbarten Renée-Sintenis-Grundschule aus. Lehrer übernehmen zur Mittagszeit die Betreuung der Hortkinder in der Mensa oder springen anderswo ein. Die Eltern wurden gebeten, ihre Kinder möglichst vor der Schließzeit des Hortes um 18 Uhr abzuholen "Momentan betreut der Hort mehr als er Angebote machen kann", sagt der Schulleiter. Bei der Senatsbildungsverwaltung hat die Schule die Überlastung des Hortes angezeigt und hofft nun auf Vertretungen. Auch drei weitere Schulen haben den Notstand angezeigt: die Havelmüller-Grundschule, die Franz-Marc-Grundschule und die Grundschule am Vierrutenberg. Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) bestätigte den hohen Krankenstand in den Horten. Für das Personal sei jedoch die Senatsverwaltung zuständig. "Wir können nur die Schulräte auf die Situation aufmerksam machen", sagt sie. Genügend Personal ist in den Horten ohnehin nie da. In der Grippezeit wird das schwierig. Denn anders als bei Lehrern gibt es für kranke Erzieher keinen Vertretungspool. An der Grundschule am Vierrutenberg in Lübars gibt Schulleiterin Heike Böttcher doch inzwischen Entwarnung: "Der Hort bekommt demnächst drei neue Kollegen." Die Schule hatte den hohen Krankenstand bereits vor den Sommerferien angezeigt. In dem Hort sind drei von zwölf Erziehern dauerhaft erkrankt. Darum mussten auch dort Gruppen zusammenrücken und Angebote gekürzt werden. Den Hort besuchen 167 Kinder.


Ulrike Kiefert / uk
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