Polizei holte zwei Dreijährige aus verdreckter Wohnung

Reinickendorf. Zwei Fälle von Kindesvernachlässigung beschäftigten kürzlich Polizei und Feuerwehr in Reinickendorf. Die Kleinkinder mussten aus verdreckten Wohnungen geholt werden.

Gleich zweimal an einem Wochenende mussten Polizeibeamte zwei Kleinkinder retten. Am 13. Dezember alarmierten zwei aufmerksame Passantinnen die Polizei, weil ein kleiner Junge am offenen Fenster einer Wohnung im fünften Stock über der Brüstung hing. Nur mit Mühe konnten die beiden Frauen den Dreijährigen dazu bringen, vom Fenster zurück in die Wohnung zu gehen.

Als die verwirrt wirkende Kindesmutter den Beamten die Tür öffnete, schlug ihnen fauliger Gestank entgegen. Laut Polizei lagen in der Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung überall Mülltüten mit Abfall, verdorbenen Lebensmitteln und benutzten Windeln herum. Unrat und schmutzige Wäsche bedeckten die Fußböden. Der Junge wurde dem Kindernotdienst übergeben. Gegen die 22-jährige Mutter wird wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ermittelt.

Am 14. Dezember wurde der Rettungsdienst der Feuerwehr zu einer Wohnung gerufen, weil dort eine 36-jährige Frau angeblich einen Schwächeanfall erlitten hatte. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie stark alkoholisiert war. Da in der extrem verdreckt Wohnung ein Kleinkind war, wurde die Polizei gerufen. Auf den Fußböden lagen leere Alkoholflaschen, Bierdosen und Wäscheteile. Dazwischen hatten Hund oder Katze ihre Fäkalien hinterlassen. Im Zimmer der dreijährigen Tochter roch es beißend nach Tier. In Absprache mit dem Kindernotdienst zogen Mutter und Tochter in die Wohnung des Großvaters. Gegen die Mutter sowie den ebenfalls 36-jährigen Vater des Kindes ermittelt jetzt das Landeskriminalamt.


Ulrike Kiefert / uk
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