Projekt "Technik begreifen" an der Twain-Grundschule

Manfred Weller, Katrin Schultze-Berndt, Marlies Wanjura, Frank Schöppach und Jürgen Gutheil mit Fatima und Emily. (Foto: Ulrike Kiefert)

Reinickendorf. Um Kindern Technik begreifbar zu machen, ist an der Mark-Twain-Grundschule jetzt ein Leuchtturmprojekt gestartet. Sie ist die erste Berliner Schule, in mit Elektrizität und Mechanik experimentiert wird.

Kinder können viele Fragen stellen: Warum ist die Sonne gelb und warum gibt es ein Bild im Fernseher? Wie funktioniert ein Computer und woher kommt eigentlich der Strom? Die Herausforderung jedoch ist, ihnen die Dinge so zu erklären, dass sie die Zusammenhänge auch wirklich verstehen. Besonders wenn es um Technik geht.

Die Mark-Twain-Grundschule an der Auguste-Viktoria-Allee 95 hat sich entschieden, ihren Schülern Technik begreifbar zu machen. Gestartet ist das Projekt "Technik begreifen" Mitte Februar. Bis zum Sommer experimentieren 15 Viertklässler nachmittags in einer Arbeitsgemeinschaft mit verschiedenen Bausätzen aus Alltagsmaterialien. Konzentrieren werden sie sich dabei auf die Themenfelder Strom, Mechanik und Druck.

Los ging es mit einem Stromprüfgerät, das die Kinder unter Anleitung von Lehrerin Jennifer Fellbach bauten. Alles, was sie dazu brauchten, war eine 9-Volt-Batterie, eine Leuchtdiode, ein Brett, Klebstoff, Hammer und Schere. "Wenn deutsche Unternehmen weiterhin auf eigenen Nachwuchs setzen wollen, muss dieser gefördert und auch gefordert werden", sagte Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). Besonders, wenn es um mehr Mädchen in technischen Berufen gehe. Denn sie seien an Universitäten und Ausbildungseinrichtungen immer noch in der Unterzahl. Initiator des Projektes ist der Rotary Club Berlin-Kurfürstendamm, der den dringend nötigen Nachwuchs in Ingenieur- und Technikerberufen fördern will. Mit im Boot sitzen außerdem die regionale Schulaufsicht mit Leiter Jürgen Gutheil und die Initiative Reinickendorf als lokaler Sponsor.

Die Exponate für den Technikunterricht wurden vom TÜV Hessen und dessen Initiative "TÜV Hessen Kids" entwickelt. Die Materialien stammen aus dem häuslichen Umfeld der Kinder. Aus Weinkorken, Metallwinkeln, Nähgarnrollen, Büroklammern und Reißnägeln lassen sich zum Beispiel ganz leicht Kräne und Gangschaltungen bauen.

"Die Kinder sehen, dass sie technische Geräte aus bekannten Bauteilen zusammensetzen können und bekommen Lust, selbst mit Sachen aus dem Keller zu experimentieren", erklärte Manfred Weller, pädagogischer Leiter von TÜV Kids und Rektor der Grundschule Steinbach in Hessen. Auch andere Schulen sollen bald dem Beispiel folgen.


Ulrike Kiefert / uk
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