Reinickendorfer Schüler bei "Jugend forscht" ganz weit vorn

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz machte sich mit Johanna und Frederick Groth auf die Suche nach dem Sandkorn des Grauens. (Foto: Christian Schindler)

Reinickendorf. Fünf Schulen aus dem Bezirk gehören zu den Preisträgern im Landeswettbewerb "Jugend forscht". Besonders weit brachten es das Romain-Rolland-Gymnasium und die Insel Schulfarm Scharfenberg.

Der Titel war Programm, aber auch Ergebnis: "Beam me up - with green rockets" hießt der Beitrag von Ivan-Nikola Grebenar, Saverio Nobbe und Elvan Sahin. Ihre Arbeit mit Raketenantrieben befördert die Rolland-Schüler zum Bundeswettbewerb "Jugend forscht", der Ende Mai in Leverkusen ausgetragen wird. Ihr Projekt erhielt am 21. März in der Berliner Siemens-Zentrale am Rohrdamm 85 den ersten Preis im Landeswettbewerb "Jugend forscht" im Bereich Chemie. Er berechtigt nicht nur zur Fahrt nach Leverkusen, sondern ist zudem mit 250 Euro datiert. Weitere 125 Euro erhielten die Schüler mit dem Sonderpreis Luftverkehr, der von der Erich-Becker-Stiftung kam.Ausgangspunkt der Forschungsarbeit ist die Umweltbelastung durch Treibstoffe, die in der Raumfahrt eingesetzt werden. Die Jungforscher machten sich auf die Suche nach Alternativen - und wurden fündig. Sie testeten Festtreibstoffe, die bisher vor allem im Amateurraketen-Modellbau zum Einsatz kamen. In neuen Zusammensetzungen könnten sie auch für "richtige Raketen" genutzt werden und zudem weniger Schadstoffe hinterlassen als die bisherigen.

Ebenfalls mit einem ersten Preis (Bereich Physik) zum Bundeswettbewerb zugelassen wurde Leon Chaudhari von der Insel Schulfarm Scharfenberg, der zusammen mit Esther Kähne von der Wilmersdorfer Nelson-Mandela-Schule die Elektronenspinresonanz-Spektroskopie als Methode zur Haaranalyse betrachtet hatte.

Dramatisch hört sich das Thema der Geschwister Johanna und Frederick Groth vom Humboldt-Gymnasium an: "Das Sandkorn des Grauens". Was anmutet wie die Parodie auf einen Horrorfilm, ist eine Testreihe zur zerstörerischen Kraft von Sand. Der Beschuss von Materialien mit Sand gehört zu diesen Tests, wie auch der Einsatz auf Schmiergelpapier. Ein Ergebnis: Sand von der Ostsee ist so sanft, wie ihn Urlauber von ihren Strandbesuchen zwischen ihren Zehen in Erinnerung haben. Wer zerstören will, muss Quarzsand nutzen. Für die Forschungsarbeit gab es den mit 200 Euro dotierten zweiten Preis im Bereich Geo- und Raumwissenschaften.

Den dritten Preis im Bereich Arbeitswelt (150 Euro) erhielten Maya Bohneberg, Annabel Tegethoff und Max Iciok - ebenfalls vom Rolland-Gymnasium. Sie hatten sich mit Erstickungsgefahren beim Konsum von Bubble Tea befasst und Vorschläge zu deren Verringerung gemacht. Ebenfalls einen dritten Preis (150 Euro, Bereich Mathematik/Informatik) sicherte sich Jasper van de Kreeke von der Evangelischen Schule Frohnau mit einer Analyse des starren Fadenpendels.


Christian Schindler / CS
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