Polizei lud Oberschüler zu Präventionsaktion

An einer Station des Aktionstages konnten Schüler einen Sehtest durchführen. (Foto: BW)
 
Auf einem Parcours mit Rauschbrille konnten Schüler erleben, wie sich ihre Wahrnehmung nach einem Promille Alkohol im Blut verändert. (Foto: BW)

Rosenthal. "Na klar, wir sind in Pankow cool, auch ohne Drogen und Alkohol" ist das Motto einer Präventionsaktion von Bezirksamt und Polizei. Für viele junge Leute ist es ganz normal, hin und wieder bei einer Flatrate-Party mitzumachen oder mal sogenannte Party-Drogen zu probieren.

Viele wollen nicht glauben, dass sie mit Drogen und Alkohol ihre eigene Gesundheit gefährden. Aber wenn sie sich nach Flatrate- oder Drogenpartys hinters Steuer eines Autos setzen, wird es nicht nur für sie gefährlich. "Alkohol und Drogenkonsum sind eine Hauptunfallursache im Straßenverkehr", sagt Uwe Karck, leitender Verkehrssicherheitsberater der Polizeidirektion 1.Um Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren, gehen die Suchtkoordinatorin des Bezirksamtes, Yvonne Tenner-Paustian, und die Präventions- und Verkehrssicherheitsbeauftragten der Polizeidirektion 1 einen ungewöhnlichen Weg. Sie luden zum Ende des Schuljahres Pankower Oberschüler der Klassenstufe 10 zu einem Präventionstag zum Thema Alkohol und Drogen in das Jugendzentrum "Landhaus Rosenthal" ein. Verkehrssicherheitsberater Uwe Karck: "Uns geht es vor allem darum, den jungen Leuten zu zeigen, wie durch Alkohol und Drogen ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt wird." Dass gerade Schulabgänger eingeladen werden, hat seinen Grund. "Das ist für uns die letzte Chance, sie gezielt mit einer Präventionsaktion zu erreichen. Haben sie die Schule beendet, sind die jungen Leute für uns nur noch schwer zu erreichen. Manche Schüler machen gleich nach der Schule ihren Führerschein, sodass wir jetzt letztmalig die Gelegenheit hatten, sie für das Thema zu sensibilisieren." In Zusammenarbeit mit dem THW, dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten und der Bundeswehr wurden vor wenigen Tagen für die Schüler mehrere Stationen am und im Landhaus Rosenthal aufgebaut.

An Auto- sowie Fahrradsimulatoren konnten sie zum Beispiel testen, wie ihre Wahrnehmung ohne und mit Alkohol ist. Auf einem Parcours, den die Schüler mit einer sogenannten Rauschbrille absolvierten, erfuhren sie, wie Alkohol ihre Sinne bereits beim Laufen, also als Fußgänger beeinträchtigt. An einer weiteren Station konnten die Schüler ihre Reaktionsschnelligkeit beim Bremsen testen. Des Weiteren gab es ein Erste-Hilfe-Training. Wer wollte, konnte sogar einen Sehtest absolvieren. Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten vermittelte den Schülern außerdem Informationen rund um das Thema Führerschein.

Weiterhin gab es Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn der Freund oder die Freundin betrunken ist und Auto fahren will. Man muss da nicht unbedingt mitfahren, kann Autoschlüssel unauffällig verschwinden lassen oder eigene Übelkeit vortäuschen, damit das Auto stehen bleibt. Damit kann man Freunden das Leben retten, und diese werden es einem letztlich danken, wenn sie wieder nüchtern sind.

Nach dem Erfolg der Aktion in diesem Jahr soll es weitere im kommenden Schuljahr geben. Darin sind sich Uwe Karck und Suchtkoordinatorin Yvonne Tenner-Paustian einig.


Bernd Wähner / BW
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