Grüne fordern Lärmschutz für ICE-Waschanlage

Camilla Schuler (Bündnis 90/Die Grünen) vor der Werkshalle am Betriebsbahnhof Rummelsburg. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Bis zu acht ICE-Züge fahren nachts durch die Waschanlage am Betriebsbahnhof Rummelsburg. Das sorgt zwar für saubere Züge, bei manchen Anwohnern aber auch für schlaflose Nächte. Die Grünen in Lichtenberg fordern Lärmschutz.

"Für die Bewohner der Wandlitzstraße und der Dönhoffstraße bedeutet die Waschanlage nachts eine erhebliche Lärmquelle", sagt Camilla Schuler. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen wurde von Anwohnern auf das Problem aufmerksam gemacht. "Für die ist das seit Jahren ein Thema", weiß Schuler. Zwar hat sich bislang noch keine Anwohnerinitiative zusammengefunden - Camilla Schuler will das Problem jetzt trotzdem aufgreifen. In einem Antrag fordert sie vom Bezirksamt Lichtenberg, sich bei der Deutschen Bahn für "wirkungsvolle Lärmschutz-Maßnahmen" einzusetzen. "Ich hoffe einfach, dass wir die Bahn in Bewegung gesetzt bekommen", sagt die Fraktionsvorsitzende.

Tatsächlich fahren jede Nacht bis zu acht ICE-Züge durch die Waschanlage am Betriebsbahnhof Berlin-Rummelsburg, die 1998 in Betrieb ging und zuletzt in diesem Jahr ausgebaut wurde. "Nach der Erweiterung der Halle passt nun auch die zweite Serie der Intercity-Express-Züge komplett in die Halle", sagt Holger Auferkamp, Sprecher der DB Mobility Logistics AG, auf Anfrage der Berliner Woche. In der eingehausten Anlage würden die Züge nicht nur gereinigt, sondern auch enteist. Im Zuge der Erweiterung ließ die DB die Halle gleich modernisieren. "Das Waschen geht jetzt schneller", sagt Auferkamp.

Ob sich dadurch auch die Frequenz der nachts durch die Wasch- und Enteisungsanlage rollenden Züge erhöht, dazu konnte der Sprecher keine Angaben machen. Auferkamp betont jedoch: "Uns sind keine Beschwerden von Anwohnern bekannt, die sich auf den Lärm der Waschanlage beziehen." Seit der Erweiterung der Halle sei durch die bessere Einhausung der Züge ein Lärmschutz gegeben.

Camilla Schuler berichtet wiederum, dass sich Anwohner im Sommer durch die offenen Tore der Waschanlage belästigt fühlten. Zudem rangierten die Fahrzeuge auf den Gleisen vor der Waschanlage. Ob sich das Problem nun mit dem durch die Grünen eingebrachten Antrag lösen lässt, ist allerdings fraglich.

Auf der Umweltausschussitzung am 12. November wurde das Thema erst einmal vertagt. Die SPD-Fraktion wünschte, einen Sprecher der Deutschen Bahn in den Ausschuss einzuladen. "Jetzt muss der Termin benannt werden, an dem ein Bahn-Mitarbeiter dem Ausschuss Auskunft geben kann", sagt der Ausschussvorsitzende Peter Fischer (Die Linke).


Karolina Wrobel / KW
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