LaVidaVerde soll Modellcharakter für den Kiez haben

Auf der Brache in der Sophienstraße soll ein Wohnhaus entstehen. Jana Werner und Olaf Driedger wollen dort solidarisches Wohnen verwirklichen. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Die Vision vom gemeinschaftlichen und ökologisch verantwortlichen Wohnen haben die Teilnehmer des Hausprojekts "LaVidaVerde" in der Sophienstraße 35.

Mitten auf einer kleinen Brache zwischen Mietshäusern soll ab März ein vierstöckiges Wohnhaus mit einer besonderen Vision entstehen. Das Hausprojekt von "LaVidaVerde" soll Modellcharakter für den Kiez haben. Es vereint ökologisches und solidarisches Leben. "Hier geht es nicht um anonymes Wohnen, die Mieter wollen gemeinschaftlich leben und sich ehrenamtlich im Kiez engagieren", sagt die 32-jährige Jana Werner, die sich im Projekt engagiert. Als Neubau soll ein sogenanntes EnergiePlusHaus entstehen. "Da kommt hochmoderne Technik rein", weiß Werner. Dazu gehört etwa eine Photovoltaikanlage, Wärme soll mit Hilfe von Wärmepumpen aus Abluft und Warmwasser bezogen und Regenwasser genutzt werden. Selbst das Duschwasser wird wiederverwertet - das soll etwa 80 Prozent der Ressourcen einsparen, übers Jahr gerechnet soll das Gebäude zudem mehr Energie erzeugen als verbrauchen.

Rund 2,6 Millionen Euro wird dieser ökologisch und energetisch beispielhafte Bau kosten. Begleitet wird er durch die Forschungsinitiative "ZukunftBau" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung begleitet wird. Finanziert wird das Wohnprojekt dabei nicht etwa durch einen finanzstarken Investor, sondern durch viele kleine private Beteiligungen und Bürgschaften. "Die Finanzierung steht bereits. Wir sind deutschlandweit erst das zweite Neubauprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Mietshäuser-Syndikat entsteht", sagt Jana Werner. Das Syndikat ist eine Freiburger Initiative und ein Zusammenschluss von etwa 70 solchen Hausprojekten, die sich selbst verwalten. "Das gibt uns die Sicherheit, dass das Wohnhaus auch zukünftig Kollektiveigentum bleibt und nicht weiterverkauft wird", ergänzt Olaf Driedger, der das Hausprojekt ebenfalls mit organisiert. Der 38-jährige will mit seiner Familie zu den künftigen Mietern gehören. Durch die Beteiligung der Initiative wird das Haus dem Immobilienmarkt entzogen und kann nicht ohne weiteres weiterverkauft werden. Das soll soziales Wohnen mit niedrigen Mieten auch dauerhaft ermöglichen.

"Ob Familien mit Kindern, Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund, Studentenwohngemeinschaften - wir wollen eine besonders breit gefächerte Mieterschaft für das Haus", so Driedger. Bislang gehört zu den Mietern eine Gruppe von 16 Erwachsenen und sieben Kindern, weitere engagierte Projektteilnehmer werden noch gesucht. "Besonders Senioren oder bereits bestehende Studentenwohngemeinschaften sind uns willkommen", erklärt Jana Werner. Wer einziehen möchte, muss sich auf die Gemeinschaft einstellen.

Wer großzügige Loftwohnungen erwartet, wird enttäuscht. Die 18 Wohneinheiten sind mit 38 bis 85 Quadratmetern eher klein. Dafür soll es eine große Gemeinschaftsküche, gemeinsame Spielräume für die Kinder und auch einen großen Veranstaltungsraum geben, der sozialen Kiezprojekten offen stehen wird.

Weitere Informationen gibt es unter www.lavidaver.de.

Karolina Wrobel / KW
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