Wohnturm in Rummelsburg soll doch nicht gebaut werden

Der Gisèle-Freund-Hain soll nicht bebaut werden. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Wer an der Rummelsburger Bucht bauen will, könnte es in Zukunft schwerer haben. Ein Eigentümer scheiterte jetzt mit seinem Wohnturm-Projekt am Widerstand der Nachbarschaft.

"Die Geschichte des Gebiets muss beachtet und seine Gestaltung erhalten bleiben", sagte Peter Grohe vom Verein "Wir in Rummelsburg" in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für ökologische Stadtentwicklung. Der Verein will die Wasserstadt möglichst in ihrem aktuellen Zustand erhalten. Bislang darf im Gebiet aber noch neu gebaut werden. Ob das auch weiterhin gelten soll, darüber wollen die Bezirksverordneten in ihrer nächsten Sitzung sprechen.

Rückblick: Vor mehr als zehn Jahren wurde nach den Plänen des Architekten Klaus Theo Brenner an der Rummelsburger Bucht die so genannte Wasserstadt realisiert. Das Wohngebiet vom Reißbrett zählt zu den hochwertigen Quartieren Berlins. Viele Familien bezogen die Ein- und Mehrfamilienhäuser, sie sind oftmals selbst Eigentümer. Einige der Bewohner ergänzten ihre Häuser durch Nebenanlagen wie Carports oder Geräteschuppen. Die Pläne des Grundstückseigentümers Hilmar von Lojewski, der am Gisèle-Freund-Hain 22 einen Wohnturm bauen wollte, gingen vielen Nachbarn aber zu weit. Sie fürchteten, der Turm würde ihnen die Sicht auf die Bucht versperren. Das Vorhaben warf eine Frage auf: Welche Bauten dürfen die Eigentümer an der Rummelsburger Bucht auf ihre Grundstücke setzen? Um das Projekt zu verhindern, sprachen die Wohnturm-Gegner in der Bezirksverordnetenversammlung vor. Mit Erfolg. Die Einwände seiner Nachbarn haben Hilmar von Lojewski dazu bewegt, seinen Plan aufzugeben, wie der Rummelsburger auf Nachfrage der Berliner Woche mitteilte. Der Fall verdeutlicht ein Problem, das auch künftig die Gemüter der Wasserstadt-Bewohner erhitzen könnte: Unterschiedliche Interessen der Grundstückseigentümer. Ob und wie das Quartier in Zukunft vor neuen Bauvorhaben größerer Art bewahrt werden kann, das wollen die Bezirksverordneten nun in ihrer Sitzung am 20. Februar diskutieren. "Es gibt Handlungsbedarf", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU). "Der aktuelle Bebauungsplan erlaubt Neubauprojekte." Welchen Umfang diese jedoch haben dürfen, ist für viele Grundstückseigentümer entscheidend. Denn einige planen nach wie vor kleine Nebenanlagen, wie einen Carport oder einen Abstellraum. Der Ausschuss für Stadtentwicklung empfiehlt deshalb auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen zu beschließen, "keine neuen Baupotenziale zu eröffnen", jedoch den "Bestand planungsrechtlich zu sichern." Das könnte ein neues Bebauungsplanverfahren nach sich ziehen. Dessen Ziel wäre es, statt neuer Wohngebäude nur noch Nebenanlagen zu erlauben.


Karolina Wrobel / KW
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