Flughafen-Chef warnt vor unvorhergesehenen Ereignissen

Ein solches Bild bleibt den Reinickendorfern vorerst erhalten: Tegel ist die Heimatbasis der Fluggesellschaft Air Berlin. (Foto: Schindler)

Reinickendorf. Die Nord-Berliner werden noch mindestens bis 2016 mit dem Flughafen Tegel leben müssen - eventuell sogar noch länger.

In einem Brief vom 21. Februar an die brandenburgische Landesregierung hat Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn darauf hingewiesen, dass bei "weiteren unvorhergesehenen Ereignissen" die Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) möglicherweise erst 2016 erfolgt. Er kritisiert darin die zuständige Luftfahrtbehörde dafür, dass sie die Schallschutzvorgaben für die geplante Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn kurzfristig verschärft und dadurch Verzögerungen ausgelöst habe. Der Flughafen verschiebe den Sanierungsbeginn deshalb von diesem Juli in den März kommenden Jahres.

Zuvor hatte Mehdorn angekündigt, dass es einen Testbetrieb auf dem neuen Flughafen vorerst nicht geben werde. Eine mögliche BER-Eröffnung 2015 hatte er schon zuvor in Frage gestellt.

Mit dem BER-Start 2016 rückt die Flughafengesellschaft sehr nahe an ein politisch wie finanziell sensibles Jahr, nämlich 2017. So war bei der Entscheidung für den Hauptstadtflughafen ein wichtiges Argument gewesen, die Bewohner von Reinickendorf, Pankow und Spandau vom Fluglärm zu entlasten. Diese Entlastung sollte mit der Vorgabe garantiert werden, dass spätestens ein halbes Jahr nach der BER-Öffnung der Flughafen Tegel schließen muss. Die damaligen Planer sicherten den Nord-Berlinern im Falle einer längeren Laufzeit von Tegel den Lärmschutz zu, den mittlerweile jeder Bürger hat, wenn in seiner Nähe ein Flughafen errichtet wird. Das bedeutet, dass ab 2017 den Anwohnern des Flughafens Tegel Schallschutzmaßnahmen zustehen. Der Einbau lärmabweisender Fenster dürfte dann mit rund 2,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen - eine weitere Hypothek für den BER.


Christian Schindler / CS
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