In Tegel ist eine Kampagne gegen "Schwarztaxis" gestartet

Tegel. Taxifahrer gehen gegen "schwarze Schafe" in ihrer eigenen Branche vor. Am 14. Dezember haben sie am Flughafen Tegel eine Kampagne gestartet.

An 15 Stellen ist jetzt ein Plakat im Flughafen zu sehen, das einem Radarbild ähnelt. Im Zentrum steht der Airport. An von ihm ausgehenden Kreisen lassen sich die Durchschnittspreise ablesen, die Taxi-Fahrten zu bestimmten Zielen in Berlin kosten. Zum Internationalen Congress Centrum zum Beispiel rund 15 Euro, nach Marzahn über 30 Euro.Grund für die Aktion: Es kommt immer häufiger vor, dass insbesondere ausländische Fluggäste am Ende ihrer Reise eine böse Überraschung erleben. So musste etwa eine Spanierin für die Taxifahrt von Tegel zum Gendarmenmarkt 220 Euro zahlen, ein anderer Tourist für eine Fahrt nach Mahlow sogar 390 Euro.

Versuchen die Geprellten, ihr Geld zurückzubekommen, haben sie meist schlechte Karten. Zwar werden ihnen von den Fahrern Quittungen ausgestellt, doch die sind gefälscht oder unleserlich. Ob es sich überhaupt um konzessionierte Taxis oder um sogenannte "Schwarztaxis" handelt ist unklar.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Immer wieder fangen Taxifahrer Fluggäste gleich nach dem Ausschecken ab und stellen sich nicht wie vorgeschieben in den Haltebuchten, wo ihre Kollegen auf Kundschaft warten, an.

Diese Machenschaften seien "Grund genug für den Schulterschluss aller Beteiligten", heißt es in einer Presseerklärung der drei Berliner Taxi-Verbände. Sie haben sich für die Kampagne mit der Flughafengesellschaft, der Polizei sowie dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) zusammengetan. Neben den Plakaten gibt es außerdem Flyer, die auf die Probleme aufmerksam machen.

Zurzeit laufen bei der Berliner Staatsanwaltschaft 97 Ermittlungsverfahren wegen Betrugs an Fahrgästen. Nach Angaben des Labo wurde bisher jedoch noch niemand rechtskräftig verurteilt. So müssten Taxi-Fahrer zwar zwischen 30 und 200 Euro Bußgeld zahlen, wenn sie außerhalb der Halteplätze am Flughafgen Fahrgäste aufnehmen. Doch wenn sie behaupten, sie seien vom Kunden telefonisch dorthin bestellt worden, ist das wiederum zulässig.


Christian Schindler / CS
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