Schweigen und Mittun im Nationalsozialismus

Tegel. Zu einer ökumenischen Gedenkveranstaltung "Gegen das Vergessen" laden die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Reinickendorf am 13. November in die Evangelische Kirche auf der Dorfaue Alt-Tegel ein.

Unter dem Thema "Zerstörte Vielfalt" wird in diesem Jahr in Berlin an den Anfang des Weges in die Diktatur von 1933 erinnert. "Im Rahmen dieses Gedenkjahres stellen sich evangelische und katholische Kirchengemeinden in Reinickendorf der Schuld, die sie durch Schweigen und Mittun auf sich geladen haben", sagte die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Reinickendorf, Beate Hornschuh-Böhm. Am 13. November vor 80 Jahren gab es eine nationalsozialistische Großveranstaltung im Berliner Sportpalast, bei der alle Protestanten zur "Vollendung der Reformation im Dritten Reich" aufgefordert wurden. "Wir wollen durch mahnende Erinnerung aus der Vergangenheit lernen, um zu verhindern, dass sich wiederholt, was nie hätte geschehen dürfen", so Hornschuh-Böhm.

Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18 Uhr mit einer kurzen geschichtlichen Einleitung und stellt dann anhand von biographischen Beispielen Schicksale von Opfern in Reinickendorf dar. Nach dem Gottesdienst erhalten die Teilnehmer Kerzen für den anschließenden kurzen Prozessionsweg zur katholischen Kirche Herz-Jesu, Brunowstraße 37, wo das Gedenken ab 19 Uhr fortgesetzt wird und mit Gesang von Avitall Gerstetter, Kantorin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, einen vorläufigen Schlusspunkt findet.


Christian Schindler / CS
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