Senatsverwaltung erwägt in Tegel Schadstoffmessungen

Eine Maschine nach der anderen: Anwohner hoffen vergeblich auf weniger Flüge in Tegel. (Foto: Christian Schindler)

Tegel. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird prüfen, ob der weiter steigende Flugverkehr in Tegel zu höheren Schadstoffbelastungen führt. Das ist ein Ergebnis einer Informationsveranstaltung zum Flugverkehr in Tegel, die am 13. Mai im Rathaus, Eichborndamm 215-239, stattfand.

Eigentlich sollte es am 13. Mai vor allem um den Fluglärm gehen, von dem etwa 100 000 Anwohner im Norden Berlins betroffen sind. So stand es in der Einladung von Baustadtrat Martin Lambert (CDU), der rund 100 Bürger gefolgt waren. Doch die sorgten sich auch um die Abgase der Flugzeuge, die unter anderem zahlreiche Kleingartenkolonien überfliegen. Deren Nutzer sind verpflichtet, einen Teil des gepachteten Geländes für den Anbau von Obst und Gemüse zu nutzen. Über eine mögliche Belastung durch Flugzeugabgase ist offiziell jedoch nichts bekannt. Mitte der 90er-Jahre hatte laut Lambert die damalige Senatsverwaltung eine Messstation am Tegeler See abgebaut. Begründet wurde dies damals damit, dass sich die Ergebnisse nicht von denen an anderen Stellen in der Stadt unterschieden.

Die Referatsleiterin bei der obersten Luftfahrtbehörde bei der Senatsverwaltung, Dr. Regina Rausch-Gast, die Lambert als Expertin für die Veranstaltung eingeladen hatte, sicherte zu, in ihrer Verwaltung für die erneute Einrichtung einer solchen Station zu werben.

Zuvor hatte sich die Beamtin jedoch bei vielen Zuhörern unbeliebt gemacht. Mit zahlreichen Zwischenrufen reagierten sie auf Rausch-Gasts Behauptung, die Lärmbelastung sei in den vergangenen Jahren gar nicht wesentlich gestiegen. Und die Empörung komme vor allem aus der Enttäuschung heraus, dass die lang ersehnte Schließung von Tegel ein weiteres Mal auf unbestimmte Zeit verschoben worden sei.

Grenze nicht erreicht

Immerhin trat Rausch-Gast dann dem Eindruck entgegen, sie habe den Anwohnern vorgeworfen, die empfundene Belastung habe nur psychologische Ursachen.

Wenig Hoffnung machte die Luftfahrt-Expertin des Senats den Anwohnern, dass die Kapazitätsgrenze von Tegel erreicht sei. Dort waren laut Flughafengesellschaft in den ersten vier Monaten 2012 mehr als 5,6 Millionen Passagiere gezählt worden. Noch gäbe es in der Auslastung "Täler", in die weitere Flüge verlegt werden könnten. Und auch Nachtruhe ab 22 Uhr sei eine Illusion: "Es darf regulär bis 23 Uhr geflogen werden. Bis 24 Uhr gilt die Genehmigung als erteilt, wenn die Fluggesellschaften die Verspätung nicht selbst verursacht haben."

Für die Bürgerinitiative Fluglärm Tegel in Gründung schlug Werner Lemke vor, regelmäßig am Flughafen zu demonstrieren und dabei auch mal die Zufahrten zum Flughafen zu blockieren. Dazu sei auch das Bezirksamt eingeladen. Eine Blockade lehnte Stadtrat Martin Lambert ab, erklärte aber, sich eine Begleitung von Protesten durch das Bezirksamt vorstellen zu können.


Christian Schindler / CS
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