Alle Bürostandorte werden saniert und neu organisiert

Brandschutztechnisch ist das Foyer des Rathauses Schöneberg eine Katastrophe. (Foto: Liptau)

Tempelhof-Schöneberg. Damit das Rathaus Friedenau bis zum Ende des kommenden Jahres leer gezogen werden kann, müssen die anderen bezirklichen Verwaltungsstandorte umgebaut werden. In die Rathäuser Schöneberg und Tempelhof sowie das Bürodienstgebäude an der Rathaus- Ecke Kaiserstraße werden jeweils 4,9 Millionen Euro investiert.

Rein rechnerisch ist diese Summe in knapp 15 Jahren wieder drin. Denn mit dem Verkauf des Rathauses Friedenau soll pro Jahr eine Million Euro an Betriebskosten eingespart werden. Die insgesamt knapp 15 Millionen Euro, die in die drei anderen Standorte investiert werden, sind vor allem in den Haushalt der Jahre 2014 und 2015 festgeschrieben. "Die Arbeiten, die wir dort jetzt durchführen, wären allerdings sowieso irgendwann fällig gewesen", sagt Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD). Insofern lohne sich die Investition nicht nur deshalb, weil damit endlich das Rathaus Friedenau abgestoßen werden könne.

Konkret geht es in allen drei Gebäuden vor allem um die Themen Brandschutz und technische Infrastruktur. Bereits jetzt seien die Computernetze in den Rathäusern am Limit. "Ich sitze oft ewig an meinem Rechner und warte, bis der mal fertig gearbeitet hat", beklagt die Bürgermeisterin. Wenn nun noch die rund 180 Mitarbeiter aus dem Rathaus Friedenau auf die anderen Gebäude verteilt werden, würde das Netz wohl völlig zusammenbrechen. Zudem seien manche der zukünftigen Büroräume noch gar nicht ans Netz angeschlossen.

Ins Rathaus Schöneberg werden voraussichtlich rund 60 Mitarbeiter aus Friedenau einziehen, im Dienstgebäude an der Rathausstraße werden es 120 sein. Im Rathaus Tempelhof muss verdichtet werden, weil angemietete Räume der Verwaltung in Tempelhof ebenfalls aufgegeben werden sollen.

Neben der technischen Erschließung ist der Brandschutz das größte Problem. Denn sobald ein öffentliches Gebäude umgebaut wird, müssen die aktuellen Brandschutzforderungen umgesetzt werden. Probleme macht das vor allem im Rathaus Schöneberg. Beispielsweise im großzügigen Foyer ist der Einbau von Brandschutztüren beinahe unmöglich. "Außerdem müssen an manchen Fluren Wanddurchbrüche gemacht werden, um einen zweiten Fluchtweg zu schaffen", erklärt Schöttler.

Die Bauarbeiten werden vor allem in den kommenden beiden Jahren durchgeführt. "Wir legen damit den Grundstein für unsere Arbeit in den nächsten Jahren", so Schöttler. Deshalb habe sie die Umbauten und den Verkauf des Rathaus Friedenau auch zu ihrem eigenen Projekt, "quasi zur Chefsache" gemacht.

In ihrer ganzen Verwaltung gebe es allerdings inzwischen den Konsens, dass diese Planungen oberste Priorität haben. "Damit wir mittelfristig mehr Spielraum im Haushalt haben und nicht noch mehr am Personal sparen müssen."


Ralf Liptau / flip
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden