Mann in der Silvesternacht angefahren

An der "Säule des Todes" werden alljährlich die Todesopfer des Berliner Straßenverkehrs gezählt. (Foto: HDK)

Tempelhof. An der "Säule des Todes" vor dem Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke musste schon am Neujahrstag der erste Verkehrstote plakatiert werden. Ein 29-Jähriger wurde in der Silvesternacht von einem BVG-Bus in Friedrichshain angefahren und ist kurz darauf gestorben.

Die Zahl 1 an der Säule ist sozusagen die erste tragische Momentaufnahme des neuen Jahres. Denn dabei wird es allen Erfahrungen zufolge nicht bleiben. Im vergangenen Jahr starben 47 Menschen - Fußgänger, Zweirad- und Autofahrer - im Berliner Straßenverkehr. 2011 waren es 54. Dennoch betont die Polizei die insgesamt positive Entwicklung in den letzten Jahren. Jedenfalls ist die statistische Zahl der im Straßenverkehr Gestorbenen seit dem Höchststand von 1993 mit 163 Toten, von einigen geringfügigen Ausschlägen nach oben abgesehen, kontinuierlich gesunken. Den bisherigen Tiefststand der vergangenen 20 Jahre markiert bislang 2010 mit 44 Toten. Als Ursachen für den deutlichen Rückgang der Sterbe- und auch der Schwerverletztenrate gelten den Experten vor allem der Ausbau von Tempo-30-Zonen und Radwegen. Als Hauptunfallursachen werden immer wieder Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und zu hohe Geschwindigkeit festgestellt. Insgesamt, "durch Rücksichtslosigkeit oder Fahrlässigkeit", so die Verkehrsexperten der Polizei, werden jedes Jahr insgesamt weit über 100 000 Verkehrsunfälle in der Stadt registriert. Übrigens ist die ehedem grüne Säule vor der Polizeizentrale, ein historisches Litfass-Exemplar, entsprechend der neuen Polizei-Uniformfarbe auch dunkelblau überlackiert worden.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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