Rollstuhlfahrer erhält Parkplatz vor dem Wohnhaus

Tempelhof. Klaus-Peter Kunze wandte sich mit einem Problem an die Berliner Woche. Er ist 73 Jahre alt und zu 90 Prozent behindert. Dadurch ist er auf den Rollstuhl angewiesen und möchte gern vor seinem Wohnhaus am Mariendorfer Damm einen behindertengerechten Parkplatz nutzen.

"Wir sind seit April schon alle Instanzen durch", berichtet Dagmar Kunze, "bisher hat uns keiner geholfen." Das Haus gehört der kommunalen Wohnungsgesellschaft Stadt und Land. Sie hat einen Mieterparkplatz mit 84 Stellplätzen. "Der ist aber ständig belegt", erklärte Dagmar Kunze, "weil auch Autofahrer ihn nutzen, die nicht hier wohnen." Grund: Der Parkplatz hat zwar an der Einfahrt eine Schranke, aber nicht an der Ausfahrt.

"Wir haben uns an die Wohnungsgesellschaft gewandt", klagt Dagmar Kunze. Die machte Familie Kunze das Angebot, dass sie einen behindertengerechten Parkplatz bekommen kann, dafür aber 35 Euro monatliche bezahlen soll. Das war der Familie zu teuer.

"Ich habe mich auch an das Ordnungsamt gewandt", sagte Dagmar Kunze, "dort habe ich aber die Auskunft bekommen, dass man uns keinen Parkplatz mehr einrichten kann, weil es schon drei Behindertenparkplätze gibt." Auf Nachfrage der Berliner Woche bestätigte die Beauftragte für Menschen mit Behinderung Franziska Schneider, dass ihr der Fall bekannt ist. "Die Familie hat mich bereits vor Monaten informiert", erklärt Schneider. "Ich habe mich an Stadt und Land gewandt - ohne das gewünschte Ergebnis."

Die Berliner Woche wollte von der Wohnungsgesellschaft den Stand wissen. "Grundsätzlich stehen auf dem Grundstück der Stadt und Land 84 Stellplätze frei zur Verfügung", teilt sie per Brief mit. "Wir stehen mit dem Mieter bereits seit April 2012 in Kontakt", heißt es weiter. Die Gesellschaft will Familie Kunze aber nun entgegenkommen. "Der Sachverhalt wurde noch einmal geprüft und wir können dem Mieter die Einrichtung eines Behindertenstellplatzes gegen eine monatliche Mietzahlung in Höhe von 20 Euro anbieten", teilte Stadt und Land der Berliner Woche mit. "Wir hoffen, dass der Mieter dieses entgegenkommende Angebot akzeptiert."

Familie Kunze äußerte sich erfreut über dieses Angebot. "Es ist schön, dass wir nur 20 Euro zahlen sollen", sagt Dagmar Kunze. "Ich werde mich sofort mit Stadt und Land in Verbindung setzen, um alles abzusprechen, damit wir den Platz so schnell wie möglich bekommen."


Klaus Tessmann / KT
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