Raser auf der Neuen Kreisstraße sorgen für Ärger

Eigentlich gilt hier Tempo 30, doch viele halten sich nicht daran. In Kohlhasenbrück sollen jetzt elektronische Anzeigen die Kraftfahrer mahnen. (Foto: M. Schmidt)

Wannsee. Auf der Neuen Kreisstraße in Kohlhasenbrück sorgt zu schneller Kraftverkehr für Ärger. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat jetzt beschlossen, elektronische Anzeigetafeln aufzustellen, die Autofahrern ihr Fehlverhalten anzeigen.

Die Neue Kreisstraße bildet die letzten 800 Meter auf Berliner Boden, bevor ein "Potsdam"-Schild die Landesgrenze markiert. Zu Mauerzeiten eine Sackgasse, ist das Kopfsteinpflaster heute eine beliebte Verbindung zwischen dem äußersten Berliner Südwesten und dem Potsdamer Stadtteil Griebnitzsee. Seit langem gilt hier Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit. Angelegt worden sei der Weg 1919 für Pferdefuhrwerke, sagt Frau Kaspar, die ihren vollständigen Namen nicht nennen möchte. Stattdessen fahren hier täglich Hunderte von Kraftwagen über das Pflaster. Besonders an Werktagen sei es schlimm, wenn Lastwagen von Potsdam nach Berlin rattern. Geht es nach der BVV, sollen "Dialog-Anzeigen" jetzt die Schnellfahrer mäßigen. "Wir wollen erst mal messen, wie viele zu schnell fahren", sagt Grünen-Faktionschef Uwe Köhne. Er hatte den Antrag auf Bitten eines Anwohners eingebracht."Ich bin dafür, zumal ja 30 dran steht", sagt die Dame, die ihre zwei Hündchen ausführt. "In Potsdam stehen Blitzer, aber hier nicht." Ein Nachbar parke schon zwei ausrangierte Feuerwehrautos hier, um die Straße zu verengen: "Damit nicht so gerast wird", so die Anwohnerin. Auch die Regel "rechts vor links" werde nicht beachtet. "Dafür, dass unsere Straße in der Form benutzt wird, müsste auch mehr kontrolliert werden", sagt Kaspar. Die neue Anlage würde zunächst mal keine Raser dingfest machen. Sie zeigt die gefahrene Geschwindigkeit nur an und bei Einhaltung von Tempo 30 ein großes: "Vielen Dank!"

Nach dem Willen der BVV sollen die Messwerte der "Dialog-Displays" dem Verkehrsausschuss zur Auswertung vorgestellt werden. Nach Köhnes Angaben gibt es zu wenige solcher Anlagen im Bezirk. Die meisten stehen vor Schulen. Auch Schwellen wie in der Aßmannshauser Straße kann Köhne sich vorstellen: "Es gibt auch welche zum Aufschrauben. Die kosten nicht viel, und man kann sie notfalls auch wieder abbauen."


Martinus Schmidt / mst
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