Wassersportler am Wannsee bereiten Saison vor

Endlich ins Wasser: Der erste Vorsitzende des SV Alsen Berlin, Gerd Rutetzki, beobachtet das Slippen der Boote in den Wannsee. (Foto: M. Schmidt)

Wannsee. Nach dem langen Winter haben die Segler des Segler-Vereins Alsen am Wannsee ihre Boote wieder ausgepackt. Am Sonnabend, 20. April, ist Ansegeln angesagt.

"Endlich", so die allgemeine Erleichterung, konnten die Wassersportler die Boote zu Wasser lassen. Beim SV Alsen Berlin am Großen Wannsee war der vergangene Sonnabend, 13. April, der entscheidende Tag. Immerhin hatte der Verein, der 1972 von Polizisten gegründet wurde, an dem Tag einen Riesenkran für mehr als 1000 Euro gemietet, der bis zu 55 Tonnen heben kann.In wenigen Stunden mussten so zwei Dutzend Schiffe an Buchen, Kastanien und Birken vorbei vom Trockenliegeplatz auf die "Slip"-Anlage gehievt und in den See gerollt werden. Eine Arbeit, bei der jeder mit anfassen muss, wie der Erste Vorsitzende Gerd Rutetzki erläutert: "Eigentlich wollten wir schon am 6. April "kranen", aber das mussten wir wegen des anhaltenden Winters verschieben."

Auf Segeln als Sport für alle legen die "Alsener" viel Wert. 120 Mitglieder hat der SV, davon 41 "Vollmitglieder", so der 81-jährige, früher einmal Polizeihauptkommissar. "Familienangehörige und Kinder zahlen weniger als den regulären Monatsbeitrag von 33 Euro", sagt Rutetzki, der seit 1973 dabei ist. "Segeln soll kein Privilegierten-Sport sein." Er selbst hat ein traditionelles Drachenboot, auf dem er noch lieber als seine Frau den Sommer verbringt.

Nicht nur beim gemeinsamen Stegbau und "Kranen" der bis zu vier Tonnen schweren Kielkreuzer ist Mannschaftsgeist gefragt, sondern auch beim Basteln und Renovieren zwischen Oktober und April. So sehen die Alsener-Regeln zehn "Pflichtarbeitsstunden" für Vollmitglieder vor. Die Treppen hinunter zu den Schwimmstegen wurden durch Rampen ersetzt. Auf das vom Winter in Mitleidenschaft gezogene Vereinsgelände - seit Kurzem Eigentum der Segler - wartet noch ein Frühjahrsputz.

Wichtiger Teil des Vereins sind die Jugendlichen. Jeden Mittwoch trainiert Jens Bratke den Nachwuchs. Dazu stehen elf "Optimisten", vier "420er" und zwei "Teeny"-Boote zur Verfügung. Der 33-Jährige hockte mit sieben Jahren erstmals in einem "Opti". So alt sind auch jüngsten "Alsener", die mit Schwimmweste Neopren-Anzug und Bootschuhen bald wieder in die Boote steigen werden. "Zum Segeln braucht es Vorausschauen und räumliche Vorstellung", erklärt der Trainer. An Geduld mit Kindern fehlt es Bratke nicht. In seinem Hauptberuf als Elektroinstallateur ist er Ausbilder schwieriger Jugendlicher. Nach kurzer Vorbereitung und Knotenkunde sollen die Kinder ablegen, den richtigen Winkel des Bootes zum Wind suchen und an der Tonne in der Wannseemitte wenden. "Dies hier ist Sport, kein Kaffeesegeln", sagt Bratke, ehe er beim "Kranen" wieder mit anpackt.

Mehr Informationen unter 805 11 03 und im Internet auf www.svab-berlin.de.

Martinus Schmidt / mst
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