Wie junge Wannsee-Segler den Winter überstehen

Im Winter zieht es die Segler nach Mallorca: Der Optimisten-Nachwuchs im Dezember vor Palma. (Foto: promo)

Wannsee. Die jungen Segler vom Potsdamer Yachtclub (PYC) bleiben auch im Winter auf Kurs. Eis und Schnee halten passionierte Segler nicht davon ab, sich mit Fitnessübungen und Kurzreisen auf die kommende Saison vorzubereiten.

Manchmal ist es so kalt, dass der sonst übliche Dauerlauf ausfällt. Am Sonnabend, 26. Januar, zeigte das Thermometer Minus sieben Grad. Carsten Mügge entschied, dass die Laufrunde nach der Theorie-Unterweisung für die Jüngsten dieses Mal ausfällt. Der 36-jährige Trainer des Potsdamer Yachtclubs an der Königstraße weiß, wie ungern seine Schützlinge die Schulbank drücken. Da ist der Dauerlauf normalerweise eine willkommene Abwechslung.Die Optimisten-Segler sind zwischen November und April zwar nicht ohne Boot, aber ohne heimische Gewässer. Gesegelt wird dann nur auf Mallorca. Insgesamt drei Mal in dieser Zeit fahren zehn Jungs jeweils eine Woche auf die spanische Balearen-Insel, um den Umgang mit Pinne und Schoten nicht ganz zu verlernen.

Optimisten, genannt Optis, sind die Boote für die jüngsten Segler. Zwischen acht und 15 Jahre alt ist der Segel-Nachwuchs des PYC, der mit etwa 144 Kindern und Jugendlichen eine der größten und aktivsten Jugendabteilungen in Deutschland darstellt. Die meisten kommen nach Mügges Angaben aus der Umgebung, aber auch aus Spandau oder Kleinmachnow. 100 Euro bezahlen Jugendliche unter 18 als jährlichen Clubbeitrag. Die Fahrten nach Spanien kosten natürlich extra. Gut 30 Stunden dauert die Fahrt mit Clubbus samt Bootsanhänger bis an das Mittelmeer. Nur ein Drittel der Jüngsten sind Mädchen. Sie seien ängstlicher als die Jungen, so Mügge.

Segeln ist ein harter Sport, der Durchhaltevermögen und Unempfindlichkeit erfordert. Zu kentern, ins Wasser zu fallen und das Boot wieder aufzurichten, ohne zu klagen - das sind nur einige der Eigenschaften, die dabei gefragt sind. In den Wintermonaten halten sich die Mädchen und Jungen mit Übungsleiter Mügge in der Turnhalle fit. Jeden Montag und Donnerstag stehen Kraftzirkeltraining, Bein-, Bauch und Oberarmübungen auf dem Programm. Danach wird Fußball oder Völkerball gespielt. Doch die nächste Reise zu den Booten ins Warme ist schon in Sichtweite. Am 12. Februar fahren die nächsten Optimisten nach Palamós, etwa 118 Kilometer nordöstlich von Barcelona, später noch einmal zum Gardasee. Doch ab März, sagt der Jugendtrainer, merke er schon, wie die jungen Opti-Kapitäne wieder heiß auf Segeln am Wannsee sind.


Martinus Schmidt / mst
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