Bauarbeiten auf "Britannia Centre"-Areal gestoppt

Es ist still geworden im einstigen "Britannia Centre" an der Wilhelmstraße. Die Zukunft des Einkaufzentrums ist immer noch ungewiss. (Foto: Michael Uhde)

Wilhelmstadt. Sehr aufmerksam verfolgen viele unserer Leser die Bautätigkeiten auf dem Gelände des einstigen "Britannia Centre" an der Wilhelmstraße 21-25. Dort wurde bereits das früher vom Discounter "Aldi" genutzte Gebäude abgerissen.

Noch immer ist aber nicht klar, wer das Areal künftig nutzen wird. Als wahrscheinlicher künftiger Betreiber gilt die "Kaufland Dienstleistung GmbH & Co. KG". Kaufland selbst bestätigt allerdings nur, dass es für die Firma "grundsätzlich interessant ist, weiterhin in Berlin zu expandieren". Derzeit könne man jedoch "keine Auskünfte über künftige Vorhaben machen".Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) sagt auf Anfrage lediglich, dass nach dem Verkauf des 12 700 Quadratmeter großen Geländes der einst von der britischen Berlin Infantry Brigade genutzten Smuts Barracks eine Baugenehmigung erteilt wurde. Auf deren Grundlage sei auch mit dem Teilabriss begonnen worden. "Der Investor möchte jedoch auf dem Areal mehr bauen, als das Bauamt nach dem vorliegenden Bebauungsplan genehmigt hat", sagt Röding. Deshalb laufe derzeit ein Nachtragsverfahren zur Baugenehmigung.

Durch die Aufmerksamkeit von Grundstücksnachbar Peter Grenz kam jetzt heraus, dass der Investor bei seiner Bautätigkeit die Grenzen des ihm gehörenden Grundstücks überschritten hat. Grenz hatte bemerkt, dass auf dem an sein Gartengrundstück in der Kolonie Hasenheide angrenzenden Areal Ende Oktober Erdbauarbeiten begonnen hatten. "Das hat mich sehr gewundert, bin ich doch der Ansicht, dass dieser Geländestreifen Eigentum des Spandauer Grünflächenamts ist", sagt der Anwohner.

Eine Nachfrage bei Carsten-Michael Röding ergab nun, dass Grenz mit seiner Annahme recht hat. "Der Investor hat hier Erdreich auf ein Grundstück geschoben, das tatsächlich dem Bezirk gehört", bestätigt Röding dem Spandauer Volksblatt. Die Arbeiten seien daraufhin sofort gestoppt worden. "Welche Konsequenzen diese illegalen Arbeiten haben, prüfen wir derzeit", sagt der Baustadtrat.


Michael Uhde / Ud
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