CDU-Verordnete verärgert: Preußenpark als Feldküche

Wilmersdorf. Dass die Grünfläche zwischen Brandenburgischer und Pommerscher Straße immer stärkere Nutzung erfährt, begeistert im Bezirksparlament nicht alle. Der Preußenpark gilt als Versammlungspunkt asiatischer Gemeinden. Und deren Speisen stehen zum Verkauf - hinter dem Rücken der Kontrolleure.

In die Reiseführer hat sie es geschafft, als "Thai-Park" ging sie durch die Presse. Und von preußischer Ordnung ist die Wiese des Wilmersdorfer Parks denkbar weit entfernt. Die Feldküche im Grünen fährt Spezialitäten auf, die meist Asiaten munden. Und jedem, der ihnen ein paar Euro gibt. Rechtens und hygienisch einwandfrei ist dieser basarmäßige Zustand deswegen noch lange nicht. Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) wertet das wachsende Interesse am Park trotzdem "grundsätzlich positiv. Denn es zeigt, dass die Grünanlage gut angenommen wird." Gleichwohl müsse der unkontrollierte Handel verfolgt werden. Auf Anfrage der CDU-Fraktion, was das Bezirksamt gegen das Image des Preußenparks als "öffentliches Lokal unter freiem Himmel" unternehmen könne, wies Schulte auf 25 im Sommer durchgeführte Schwerpunktkontrollen hin - zusätzlich zu den üblichen Begehungen durch Streifen. Diese hätten aber nur in wenigen Fällen zur Sicherstellung der Speisen geführt. "Man kann so etwas durch Kontrollen nicht grundsätzlich unterbinden. Sobald Uniformierte kommen, wird der Handel sofort eingestellt. Verkäufe sind nachträglich nicht auszumachen", beschrieb der Stadtrat das Dilemma. Um einzelnen Amateur-Imbissen das Handwerk zu legen, brauche es Beweise für einen mehrfachen gewerbsmäßigen Verkauf. Eine Veräußerung zum Selbstkostenpreis werde gerichtlich kaum verfolgt. Noch häufigere Kontrollen, sagte Schulte, könne man nicht anberaumen, ohne andere Aufgaben des Ordnungsamts zu vernachlässigen.

Einer weiteren Frage der CDU-Fraktionsvorsitzenden Susanne Klose, wie der Park für andere Gruppen attraktiver werden könne, setzte Schulte die Entscheidungsfreiheit der Bürger entgegen: "Wer das Treiben auf großer Wiese nicht interessant findet, kann sich in andere Bereiche zurückziehen." Die Wiese selbst, so Schulte, "ist tatsächlich übernutzt".


Thomas Schubert / tsc
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