Auto Classics Club investiert in Baudenkmal

Ein Relief am Eingang verweist auf die handwerkliche Arbeit im Ensemble. (Foto: C. Schindler)

Wittenau. 100 Jahre nach ihrer Errichtung wird die ehemalige Fahrzeugfabrik F. G. Dittmann an der Lübarser Straße 40 bald als Zentrum für Oldtimer-Fahrzeuge genutzt.

Ende des Monats eröffnet der Auto Classics Club in dem Gebäude, in dem bis vor rund 70 Jahren Fahrzeuge gebaut wurden. Der Club stellt ab Ende Oktober auf 2400 Quadratmetern 83 Stellplätze für Autoklassiker und Oldtimer zur Verfügung. Das Unternehmen bietet daneben Dienstleistungen rund um die Fahrzeuge an - repariert die Autos, kümmert sich um die Versicherung und beschafft Ersatzteile. Es will zudem öffentliche Veranstaltungen organisieren. Investiert wurde laut eines Unternehmenssprechers eine Summe im "höheren sechsstelligen Bereich".Das denkmalgeschützte Ensemble mit Montagehallen, repräsentativem Verwaltungsbau und Pförtnerhaus wurde von dem Architekten Bruno Buch konzipiert und in den Jahren 1913/1914 erbaut. Der Architekt, der die Wittenauer Fabrik als Backsteinbau geplant hatte, war in Berlin kein Unbekannter. Zu seinen Werken gehört der Flaschenturm der Engelhardt-Brauerei in Stralau, die Groterjan-Brauerei am Gesundbrunnen, die Schlüterbrot-Bärenbrot-Fabrik in Tempelhof und die Erweiterung der Sarotti-Fabrik in Tempelhof. Letztere gilt als erster monumentaler Geschossbau aus Stahlbeton in Berlin.

Der Fahrzeughersteller F. G. Dittmann existierte schon vor dem Bau der Fabrik in Wittenau. Die Firma geht auf das Jahr 1832 zurück. Die Nachfrage nach Fahrzeugen führte zum Fabrikbau. Hergestellt worden sowohl Benzin- als auch Elektrofahrzeuge. 1931 musste allerdings ein Vergleichs- und Konkursverfahren eröffnet werden. Dann verliert sich die Spur des Unternehmens im folgenden Jahrzehnt. 1943 ist F. G. Dittmann nicht mehr in Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften aufgeführt. Das Gebäudeensemble wurde dann unterschiedlich genutzt.


Christian Schindler / CS
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