Weitere Unterkunft für Flüchtlinge in Wittenau im Gespräch

Wittenau. Baustadtrat Martin Lambert (CDU) hat am 30. April der Arbeiterwohlfahrt Berlin-Mitte (AWO) die Genehmigung erteilt, im Marie-Schlei-Haus am Eichborndamm 124 bis zu 190 Flüchtlinge unterzubringen.

Damit liegt die zulässige Gesamtzahl der Flüchtlinge, die am Eichborndamm untergebracht werden dürfen, knapp unter der von der AWO beantragten Zahl. Diese war in ihrem Antrag von 220 Personen - einschließlich der Mitarbeiter - ausgegangen, was rund 205 Flüchtlinge bedeutet hätte. Zuletzt fehlte für die Genehmigung nur noch ein Gutachten der Feuerwehr. Nach dessen Vorlage entschied Lambert, die Flüchtlingszahl auf 190 zu begrenzen.Zeitgleich entbrennt im Bezirk die Diskussion um ein weiteres Heim. Schon am 3. Mai sollten rund 150 Menschen in einem Haus der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklink an der Oranienburgerstraße 285 einziehen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales vereinbarte dies mit dem jetzigen Besitzer, dem Klinikkonzern Vivantes. Zugleich stellte die Prisod GmbH als Betreiberin des Heims beim Bezirksamt einen Antrag auf Nutzung als Flüchtlingsunterkunft für bis zu 300 Personen.

Zu den Chancen dieses Antrags äußert sich Lambert zurückhaltend. Es gelte zu bedenken, dass es sich um ein ehemaliges Bürogebäude handele, dessen Nutzung als Wohnheim erst geprüft werden müsse. Zudem befinde sich das Haus in der Nähe zum Eichborndamm.

Diese Kritik teilt der SPD-Abgeordnete Thorsten Karge. Er spricht von einer "Mehrbelastung", die dem Ortsteil Wittenau in kurzer Zeit zugemutet werden würde. Zudem sei das ehemalige Klinikgebäude nicht gerade für eine menschenwürdige Unterbringung geeignet: "Die Örtlichkeit erinnert mehr an eine Kaserne als an ein Wohnhaus", meint Karge.

Der Kreisverband Reinickendorf von Bündnis 90/Die Grünen hat mittlerweile angekündigt, ein Unterstützernetzwerk für die Flüchtlinge im Marie-Schlei-Haus zu gründen. Damit soll, so die Kreisvorsitzende Nicole Holtz, ein Miteinander von Flüchtlingen und Nachbarn erreicht werden. Kontakt hierzu gibt es unter 80 92 68 99 oder im Internet auf www.gruene-reinickendorf.de.


Christian Schindler / CS
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