Direktor der Gedenstätte Hubertus Knabe fordert Aufklärung

Alt-Hohenschönhausen. Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat gefordert, Akten aus der Zeit der deutschen Teilung nicht länger unter Verschluss zu halten.

Bei der Vorstellung des neuen Buchs "Freigekauft - Der DDR-Menschenhandel" erklärte der Historiker kürzlich in der Gedenkstätte: "Bis heute sind immer noch nicht alle Unterlagen zu den Geheimgeschäften mit der DDR zugänglich. Diese Geheimniskrämerei ist mir völlig unverständlich."Knabe wies darauf hin, dass Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Stasi-Unterlagen, in denen westdeutsche Geheimdienste erwähnt werden, unter Verschluss genommen worden seien. Diese Unterlagen würden der Forschung zum Teil bis heute vorenthalten. Auch die Akten des Bundesnachrichtendiensts in Bezug auf die DDR seien vielfach immer noch gesperrt. Dasselbe gelte für die Listen mit den Namen der freigekauften Häftlinge, die unter Berufung auf den Datenschutz nicht zugänglich gemacht würden.

"Das bestraft die über 33 000 Betroffenen in gewisser Weise ein zweites Mal, weil ihr Schicksal immer noch nicht öffentlich gemacht werden kann", bedauert Knabe.


Michael Kahle / m.k.
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