Malen für das Leben

Berlin: Matthes |

Gedanken zu einem sehr bewegten Jahr. Als Berliner Maler habe ich 2016 viele starke Impulse für mein Schaffen erhalten und darüber hinaus sehr schöne persönliche Augenblicke erleben dürfen. Augenblicke, die selbst von den grässlichen Bilder des hasserfüllten Terrors nicht gelöscht werden können.

Strahlende Kinderaugen


Das Jahr 2016 war für mich und meine Frau ein Jahr wunderbarer Begegnungen mit lieben Menschen. Menschen, die man gern um sich hat und Menschen, die wir nach langer Zeit wieder getroffen haben. Wir sind auf Reisen gegangen und haben wohl bekannte Schätze unserer Heimat und Zeugnisse einer bewegten Geschichte neu entdeckt. So war das scheidende Jahr für uns gewissermaßen eine Art Zeitreise, die uns sowohl in den "hohen Norden" (an die Ostsee) als auch in die "Tiefe" der Mark Brandenburg führte. Ergänzt durch "Abstecher" ins Sächsische und nach Holland brachte sie uns jedoch immer wieder zurück in den trauten Kreis der Familie. Unvergesslich bleiben Momente, wie der erste Kontakt mit unserer jüngsten Enkelin Sophie im niederländischen Veghel und der erste Schultag des sechsjärigen Finn. Seine erwartungsvoll strahlenden Augen haben sich tief in unsere Herzen gebrannt. Für mich als Maler sind diese Erlebnisse gleichzeitig starke Impulse für mein künstlerisaches Wirken.

Keiner lebt losgelöst vom Weltgeschehen


"UmWeltBilder" lautete der Titel meiner Ausstellung am Beginn des Jahres im Frei-Zeit-Haus in der Weißenseer Pistoriusstraße. Es war eine kleine Schau meines aktuellen Schaffens in der Landschaftsmalerei. Unter dem Eindruck der zunehmenden Verrohung in den Beziehungen der Menschen dieser Welt empfanden es die meisten Besucher als wohltuend, sich Bilder unserer Stadt und der Welt drum herum anzusehen, aus denen man herauslesen konnte wie schön und erhaltenswert doch unsere Welt ist. Dass sich die Leute genau solche Gedanken dazu machen, wie notwendig es ist, diese unsere Welt gegen jene zu verteidigen, deren Lebensinhalt ihre Zerstörung zu sein scheint, erhoffe ich mir bei jeder Ausstellung. Es ist schon bitter, dass all die schönen Erinnerungen an das Jahr 2016 in so einen hässlichen Rahmen der Terroranschläge von Paris und Nizza und der Bluttat von Berlin gezwängt wurden. Für Betroffene ist es sicher schwer, sich dem allgemeinen Tenor anzuschließen: Wir lassen uns nicht unterkriegen.
Für mich ist das dennoch die einzige Option. Es kann schon sein, dass ich morgen schon selbst Opfer bin. Aber solange ich bin ! lasse ich mir meinen Lebensmut nicht nehmen. Diese Haltung versuche ich auch in meinen Bildern zu zeigen. Also male ich weiter für das Leben!
Ganz in diesem Sinne werde ich meine neuesten Arbeiten im Juni bis August 2017 unter dem Titel "erlebte Orte" präsentieren. In einer Sonderausstellung im Rahmen des Lutherjahres zeige ich dann meine Arbeiten im Museum des Mönchenkloster zu Jüterbog. Die Vernissage findet am 11. Juni 2017 statt. Die Arbeiten sind dann noch bis zu 13. August 2017 zu sehen. Sie werden meine ganz persönliche Sicht auf unsere UmWelt zeigen. home: UmWeltBilder
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