KleingärtnerInnen besorgt um das Austrocknen des Krugpfuhls*** in Französisch Buchholz

Klaus Mindrup (MdB) am Goetheweg, KGA Gartenvörde. Foto: Anne Schäfer-Junker
 
Begrüßungsgespräch in der KGA Gartenvörde. v.l.n.r.: Frau W., Viola Kleinau, Ronald Rüdiger, Klaus Mindrup (MdB), Hartmut Geserick. Foto: anne Schäfer-Junker
Berlin: Gartenvörde |

12.9.2017 | Besuch von Klaus Mindrup (MdB) in der 1927 gegründeten KGA Gartenvörde in Französisch Buchholz

Jüngst am 5. August feierten die Gärtnerinnen der KGA Gartenvörde das 90-jährige Bestehens ihres Lebensortes, der aus der Umwandlung von Rieselland in Kleingartengelände entstand. Mit Gemeinschaftsgefühl wurde der schwere Anfang nach dem Ersten Weltkrieg geschafft und seit jeher wird hier Solidarität untereinander gelebt. GärtnerInnen und besonders Kleingartenbesitzer lieben ihre Refugien und schätzen sie vor allen Dingen. Die Wege sind hier nach Dichtern benannt: J. W. v. Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Theodor Körner, Heinrich Kleist und Wilhelm Hauff. Fürsorge und Besorgnis auch für das Land fehlen nicht und selbst nach dem damaligen Vergabe-Administrator des Stadtgutes Blankenfelde, Dr. Dorsch, wurde ein Weg benannt.

Nicht nur auf der eigenen „Scholle“ sondern auch für deren natürliches Umfeld, zumal wenn es ein Naturschutzgebiet ist, fühlen sich die GärtnerInnen verantwortlich. Die KGA Gartenvörde liegt direkt am Naturschutzgebiet Krugpfuhl und am Berg mit der nicht mehr vorhandenen Bockwindmühle. Nun sind die KleingärtnerInnen besorgt um das Austrocknen des Krugpfuhls.

Klaus Mindrup, SPD-Bundestagsmitglied (MdB) nimmt solche Sorgen ernst. Deshalb traf er sich heute mit der Vorsitzenden des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Pankow e. V., Viola Kleinau, ihrem Stellvertreter Friedhelm Schipper, dem KGA-Vorstand Hartmut Geserick und Klaus Teschner, der Ortschronistin von Französisch Buchholz und Frauen aus der KGA.

In der kurzen Zeit ging es gleich zur Sache, im Hinblick darauf, wie die weitere Austrocknung des Krugpfuhls zu sehen ist und ob man darüber besorgt sein müsse. Immerhin fallen viele natürliche topografische Bestandteile der märkischen, und damit Buchholzer Landschaft, mehr und mehr aus den wenigen Pflegschaften der Pankower „Stadtgärtner“, da Landschaftspflege nicht an oberster Stelle der bezirklichen Pflichtenhefte steht und somit auch weniger Gärtner angestellt sind. Die „Gartenvörder“ sorgen sich um ihr Biotop „Krugpfuhl“ und darüber müsse man nachdenken, auch wie man durchaus selbst durch eine Regenwasserbewirtschaftung vielleicht Abhilfe schaffen könne. Denn alle Standards der Bodenpflege werden von den Freizeitgärtnern beachtet.

Klaus Mindrup (MdB) freut sich sichtlich über so viel Naturnähe und Verständnis für das mit viel Aufenthaltsqualität gepaarte Gebiet und versprach einen genaueren Rückschluss auf die Bedingungen dieses Standgewässers zu geben. Beim nächsten Besuch darf eine Antwort erwartet werden, zumal Gespräche auf Augenhöhe zwischen Gastgebern und Gast bestand, nicht nur wegen des Bundeskleingartengesetzes im Hintergrund. Seit 1995 wirkt die Verordnung zum Schutz des Landschaftsbestandteils "Krugpfuhl Buchholz" im Bezirk Pankow von Berlin.

Anne Schäfer-Junker, Französisch Buchholz (anne.junker@gmx.de)

*** Der Krugpfuhl mit seinen angrenzenden Grünflächen und dem Liebermanngraben ist seit September 1994 ein Geschützter Landschaftsbestandteil. Das ca. 1,5 ha große Gebiet ist in drei unterschiedliche Becken unterteilt, die durch Dämme voneinander getrennt sind. Das Ergebnis geologischer Bohrungen lässt vermuten, dass es sich bei dem Krugpfuhl um eine ehemalige Mergelgrube handelt. Mergelgruben entstanden durch die Gewinnung von Baurohstoffen oder Boden verbessernden Baustoffen. Die drei unterschiedlichen Becken weisen auf eine spätere Nutzung als Fischzuchtbecken hin.

Im Spätsommer 1999 wurde der Krugpfuhl als Ersatzmaßnahme für die Eingriffe des Bauvorhabens Buchholz-West wieder vernässt. Der Erhalt des Krugpfuhls nur mit Niederschlag war nicht möglich, da das Wasserangebot unzureichend war. Das erste Becken des Pfuhls wurde komplett abgedichtet, um ein vorzeitiges Abfließen des anstehenden Wassers zu verhindern. Zusätzlich wird der Krugpfuhl mittels Solarpumpe (Photovoltaikanlage) mit zusätzlichem Grundwasser und aus dem Vorschaltbecken durch den Überlauf mit Dachwässern des benachbarten Wohngebietes versorgt. Das Ziel der Wiedervernässung ist eine langzeitige Wasserführung, sowie die Verbesserung der Wasserqualität.

Im Zusammenspiel mit anderen Feuchtgebieten der Umgebung (Koppelpfuhl, Teiche in Kleingärten) ist der Krugpfuhl eines der größten Amphibienlaichgewässer des Bezirkes Pankow. Neben einer großen Braunfroschpopulation (bis zu 1.600 Grasfrösche, ca. 900 Moorfrösche) findet man hier eine stabile Teichfroschpopulation mittlerer Größe, sowie kleine Bestände der Erd- und Knoblauchkröte. Vereinzelt sind auch Teich- und Kammmolche anzutreffen. Das Gebiet wird besonders von den Braunfröschen zur Überwinterung genutzt. Die anderen Amphibien wandern erst zur Laichzeit in dieses Gebiet ein. Alle vorkommenden Froscharten wurden in der Roten Liste Berlins als gefährdet eingestuft. Der angrenzende Krugpfuhlgrünzug dient den Bewohnern des neuen Wohngebietes Buchholz-West als Erholungsfläche. Quelle: http://www.umweltbuero-weissensee.de/umwelt-blatt1...
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