In Haselhorst steht ein Mischdampf-Kraftwerk vor der Serienreife

Gelia Lerche und Bernhard Schaeffer vor dem Prototyp ihres Mischdampf-Kraftwerks, dessen Serienproduktion bald in Spandau beginnen soll. (Foto: Uhde)

Haselhorst. Spandaus wohl mutigste Tüftler residieren am Zitadellenweg 34. Dort betreiben die Meisterin für Elektrotechnik Gelia Lerche (52) und ihr Mann, der Physiker Bernhard Schaeffer (78), seit 2008 die Maschinenbaufirma "LESA GmbH".

Die Geschäftsführerin und der "Kopf des Projekts", wie Frau Lerche ihren Mann nennt, wollen sie in Haselhorst in Kürze ihre bahnbrechende Entwicklung eines holzbetriebenen und damit CO2-neutralen Mischdampf-Kraftwerks zur Serienreife bringen. Gelia Lerche und Bernhard Schaeffer haben in den vergangenen sechs Jahren rund zehn Millionen Euro in ihr Projekt eines 30 Kilowatt-Mischdampf-Kraftwerks im niedrigen Temperaturbereich von 80 bis 120 Grad Celsius investiert. Finanzielle Unterstützung erhalten die Firmeninhaber, die in Gatow wohnen, dabei von rund 2000 Gesellschaftern. Alle setzen darauf, dass die Neuentwicklung mit einem Wirkungsgrad von 60 Prozent viel Strom und wenig Wärme erzeugen wird. Konventionelle Kohle-Kraftwerke erreichen dagegen nur rund 40 Prozent, belasten die Atmosphäre und sind auf endliche Ressourcen angewiesen.

Für dieses Ziel haben Gelia Lerche und Bernhard Schaeffer und ihre Mitstreiter in den vergangenen Jahren bereits viel thermodynamische Pionierarbeit geleistet. "Zweifel am Gelingen unseres Projekts haben wir in all den Jahren der Entwicklung eigentlich nie gehabt", versichert die Geschäftsführerin. Auch bei der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau, zu deren Vorstandsmitgliedern Frau Lerche gehört, sei ihre Idee auf viel Zustimmung gestoßen. "So viel Unterstützung durch den Wirtschaftshof und unsere Gesellschafter gibt uns Kraft, das Projekt zur Serienreife zu bringen", Freut sich Gelia Lerche.

Holzbetriebene Mischdampf-Kraftwerke könnten künftig auf vielen Grundstücken in Spandau und in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in den entlegensten Gebieten weltweit Strom produzieren. Bleibt es bei der aktuellen Entwicklungsplanung, werden in absehbarer Zukunft die ersten 1000 Mischdampf-Kraftwerke an die Vorbesteller ausgeliefert werden. "Produziert werden diese natürlich in Spandau", versichert Frau Lerche. Allerdings werde man sich dann größere Produktionsflächen in der Havelstadt suchen müssen. Parallel werde die Firma ein Service- und Wartungsnetz aufbauen und auch eine entsprechende Ausbildung etablieren.

Gelia Lerches Vision ist es, künftig auch mit großen Energieunternehmen auf dem Gebiet der alternativen Stromerzeugung zusammenzuarbeiten. "Dann gibt es vielleicht in Spandau einmal ein Kraftwerk ohne Kühlturm", sagt sie. Denn darauf könne das Mischdampf-Kraftwerk made in Spandau verzichten.


Michael Uhde / Ud
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