Absage ans Theater-Museum erteilt

Die Bestuhlung im Inneren ist noch komplett erhalten. (Foto: Wrobel)
Berlin: Theater Karlshorst |

Karlshorst. Das Theater Karlshorst ist der erste Theaterneubau der deutschen Nachkriegszeit. Eine Initiative sieht die Chance, das brachliegende Theater für ein Museum zu nutzen, Bezirk und Hauseigentümer Howoge jedoch nicht.

Seit Jahren steht das Theater am Johannes-Fest-Platz leer und niemand hat eine Idee, wie es genutzt werden könnte: Nicht die Wohnungsbaugesellschaft Howoge, der das Haus mittlerweile gehört, auch nicht das Bezirksamt, welches in Kooperation mit der Howoge EU-Mittel für die Erarbeitung von Nutzungskonzepten ausgegeben hat, und daher Nutzungsideen in der Hand hält, aber eben keinen Betreiber findet.

Dann schien ein möglicher Betreiber gefunden: Klaus Wichmann, der langjährige technische Direktor der Staatsoper Unter den Linden, sucht seit Langem die passenden Räume für ein "Theater-Museum". Noch bis 1945 existierte ein solches in Berlin – und verschwand nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele der damaligen Exponate der historischen Ausstellungen schlummern bis heute im Berliner Landesarchiv, im Technikmuseum oder in der Stiftung Stadtmuseum. Das Theater Karlshorst wäre ein idealer Ort für ein Museum, findet Wichmann. Doch seine Initiative braucht auch die finanzielle Unterstützung seitens Bezirk, Land und Hauseigentümer.

Doch jetzt haben der Bezirk und die Howoge dieser Idee eine Absage erteilt. Auf absehbare Zeit wird das Theater weiterhin leer stehen, wie eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Norman Wolf (Die Linke) ergab. Die Howoge argumentiert, dass die "Umsetzung unseres anspruchsvollen Wohnungsneubauprogramms sowie die Unterstützung des Senats bei der Errichtung von Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete" die Gründe seien, warum man die Entwicklung der Theaternutzung "leider derzeit noch zurückstellen" müsse. Und auch der Bezirk schließt eine "über den Bezirkshaushalt finanzierte, weitere kulturelle Nutzung" des Theaters weitgehend aus, wie es in der Antwort der Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) heißt. KW
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