Veredelte Gartenkunst macht Schule

Peter Kirsch bringt Kindern und Schülern bei, wie ein Garten funktioniert. (Foto: Wrobel)
Berlin: Kleingartenanlage Am E-Werk |

Karlshorst. Die Kleingärtner der Anlage "Am E-Werk" wollen mit einem Lehr- und Bildungsgarten Schule machen: Hier geben sie Kindern und Jugendlichen ihre Erfahrungen in der Gartenkunst weiter.

Mehr als zehn Apfelsorten an einem Baum? "Das geht", sagt Peter Kirsch. "Das nennt man Veredelung. Und das geht nicht nur mit dem Apfelbaum, sondern mit ganz unterschiedlichen Pflanzen", erklärt der Kleingärtner und deutet auf ein Stachelbeerbäumchen. "Die Stachelbeere hier wurde mit einer Goldjohannisbeere veredelt." Der Sinn dieser Veredelung? Er liegt auch in der Bequemlichkeit. Der Gärtner muss sich nicht mehr mühsam nach unten bücken, weil der Goldjohannisbeer-Stamm die Beeren in die Höhe wachsen lässt. Die verschiedenen Anbau- und Kulturtechniken im Garten, Peter Kirsch kennt sie nahezu alle. Von dieser kleingärtnerischen Expertise können nun auch Schüler und Kita-Kinder profitieren und sich so Inspiration für die Schul- und Kitagärten holen.

Mitte Juli eröffnete der Lehr- und Bildungsgarten in der Kleingartenanlage "Am E-Werk" am Hegemeisterweg 70. Zusammen mit anderen Gartenfreunden hat Peter Kirsch diese Anlage konzipiert und gestaltet. Von der Pflanzen-Verdelung über die Beetwirtschaft bis hin zum Einsatz von natürlichen Pflanzenschutzmitteln. Dieser Garten zeigt die ganze Welt des Kleingärtnerns. Auch wenn das Bundeskleingartengesetz vieles vorschreibt, Peter Kirsch und seine Mitstreiter haben in der Umsetzung viel Freiheit und lassen ihrer Phantasie freien Lauf.

Das zeigt etwa der "Rosenweg" im Lehr- und Bildungsgarten. Hier gibt es verschiedene Rosensorten wie etwa Wildrosenhecken, Kartoffelrosen, blauen Hechtrosen und Alpenheckenrosen. Diese Zuchtvielfalt wird ergänzt durch verwilderte Gartenblumen auf einer Wiese, die ohne größere Eingriffe des Gärtners vor sich hin wachsen dürfen. "Damit zeigen wir, auch ein Biotop-Bereich hat in einem Garten ganz natürlich Platz."

Highlight sind jedoch die Hochbeete. Hier wachsen verschiedene Kohlsorten, Zucchini und Tomaten – alles in Greifhöhe. Das Bücken nach den in Erdnähe wachsenden Zucchinis erübrigt sich auf diese Weise, ebenso das mühsame entfernen von Unkraut. So lässt sich die Pflege eines Beetes deutlich leichter erledigen. "Mit dem Lehrgarten wollen wir zeigen, wie gerade einfaches, naturnahes Gärtnern mit dem richtigen Kniff funktioniert." KW

Interessierte Schulen und Kitas sind eingeladen, sich im Lehr- und Bildungsgarten zu informieren. Weitere Informationen gibt es bei Peter Kirsch unter  0178/ 291 72 94.
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