Meilenstein für Therapiezentrum
Aktion Mensch gibt Förderzusage für inklusives Reitsportprojekt

Thomas Hartl und Sandra Ziller im Inklusiven Pferdesport- und Reittherapiezentrum. Sandra Ziller leitet den Bereich Reitsport.
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Hinter dem etwas sperrigen Namen steckt ein besonderes Projekt: An der Treskowallee entsteht derzeit Berlins größtes Inklusives Pferdesport- und Reittherapiezentrum. In puncto Baufortschritt läuft alles plangemäß. Jetzt konnten die Macher auch noch einen wichtigen Förderer ins Boot holen.

Thomas Hartl ist zufrieden. Die Bauarbeiten an den Reithallen, Ställen, Büro- und Sanitärräumen seien wie am Schnürchen verlaufen, erzählt der Projektentwickler der Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin-Ost (RBO). „Alle Gebäude sind errichtet, wir befinden uns auf der Zielgeraden. Jetzt sind die Außenanlagen an der Reihe.“ Hartl zeigt sich zuversichtlich, wenn es um die Islandpferde-Weltmeisterschaft geht, die im Sommer in Karlshorst Station macht: „Wir können sicherlich gute Gastgeber sein.“

Das Reitsportspektakel vom 4. bis zum 11. August mit mehr als 70 000 erwarteten Besuchern gilt als erste Bewährungsprobe für das Vorzeigeprojekt der Stiftung RBO, die an der Treskowallee das Inklusive Pferdesport- und Reittherapiezentrum Berlin-Karlshorst errichtet. Direkt neben der Trabrennbahn siedelt sich damit auf rund 102 000 Quadratmetern eine der deutschlandweit größten Einrichtungen tiergestützter Therapie mit dem Pferd an.

Heilung und Hobby

Reitsport gehört zu den wenigen Disziplinen, die Menschen mit und ohne Behinderung gut gemeinsam betreiben können. Deshalb beruht das Konzept des Karlshorster Zentrums auf drei Säulen: Neben medizinischen Angeboten wie Ergotherapie mit dem Pferd oder Hippotherapie und dem Bereich heilpädagogische Förderung setzt es auf inklusives Reiten. „Pferdesport gemeinsam gestalten“ heißt ein zunächst auf drei Jahre angelegtes Projekt, für das die Stiftung RBO erst vor Kurzem eine Förderzusage der Aktion Mensch bekommen hat. „Das war ein Meilenstein“, sagt Thomas Hartl. „Dank dieser Finanzierung können wir schon bald beginnen, inklusives Reiten umzusetzen.“

Das Projekt vereint Freizeit-, Breiten- und Leistungssport. Leiterin Sandra Ziller ist Sportwissenschaftlerin, Physio- und Hippotherapeutin, außerdem besitzt sie eine Trainerlizenz für den Reitsport. „Unsere Idee ist es, Therapie und Sport nicht nur separat anzubieten, sondern auch sinnvoll zu verzahnen“, erklärt sie. Beispielsweise könnten Patienten aus der Hippotherapie – quasi eine Krankengymnastik auf dem Pferd – im Anschluss in die Voltigier- oder Reitsportgruppen des Zentrums überwechseln.

Ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit Pferden zu beschäftigen, werden Menschen jeden Alters schon bald an der Treskowallee haben: in wöchentlichen Treffen von Freizeit- und Reitsportgruppen für Kinder, Frauen und Männer mit Behinderungen, beim gemeinsamen Reitunterricht, beim inklusiven Voltigieren, in Einstiegs- und Schnupperkursen. Außerdem geplant sind Lehrgänge für Reitlehrer in Theorie und Praxis. Alle nötigen Voraussetzungen schafft die Stiftung RBO im Karlshorster Zentrum, mit eigens für den Einsatz ausgebildeten Pferden, mit qualifizierten Therapeuten und Trainern, natürlich auch mit den modernen Reithallen und Funktionsräumen.

Große Turniere in Planung

Neben den Freizeit- und Trainingsangeboten sind zudem Veranstaltungen vorgesehen, sowohl im Hobby- als auch Turnierbereich; lokal, regional, international – für Reiter mit und ohne Behinderung. 2020 soll es beispielsweise ein nationales Reitsportevent der Special Olympics mit Wettbewerben in allen Leistungsklassen geben. 2021 ist ein paralympisches Turnier geplant.

Eine gute Gelegenheit, das Inklusive Pferdsport- und Reittherapiezentrum kennenzulernen, bietet der „Tag der Inklusion“ im Rahmen der Islandpferde-Weltmeisterschaft. Den stellt die Einrichtung gemeinsam mit dem Bezirksamt Lichtenberg auf die Beine. Es gibt Infostände, ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm, Vorführungen, Fachvorträge und Bühnenshows. Termin: Dienstag, 6. August 2019.

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