An der Achillesstraße 70 sind Wohnungen geplant

Karow. Die zeitweise als Parkplatz genutzte Fläche an der Achillesstraße 70/Zum Kappgraben 17 bleibt vorerst eine Brache.

Das teilte Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner der BVV mit. Das große Grundstück im Herzen von Karow Nord ist vermüllt, die Zufahrt mit Betonteilen abgesperrt. Trotzdem wird hier immer wieder illegal Abfall entsorgt. Damit sich dort endlich etwas tun, stellte die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag. Sie regte an, dass sich das Bezirksamt mit Gewerbetreibenden, lokalen Initiativen sowie Anwohnern in Verbindung setzen solle, um zumindest eine Zwischennutzung für diese Fläche zu finden.

Dass es mitten in Karow Nord solch eine Brache gibt, liegt an Planungen aus den 90er-Jahren. Seinerzeit wurde gerade das Neubaugebiet entworfen. Damit ausreichend Gemeinbedarfsflächen entstehen, sicherte sich das Land Berlin bestimmte Grundstücke. Für diese wurden Bebauungspläne aufgestellt. An der Achillesstraße 70 sollte eine Jugendfreizeiteinrichtung entstehen. Ende der 90er-Jahre ebbte der Bauboom ab. In Karow wurden weniger Wohnungen gebaut als ursprünglich angenommen, ein weiterer Jugendklub nicht mehr gebraucht. So wurde eine Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht. Hier sollten stattdessen "kerngebietstypische Nutzungen" ermöglicht werden. Weil es auch dafür keine Nachfrage gab, wurde das Änderungsverfahren auf Eis gelegt. So ist laut Baugesetz derzeit nur eine Nutzung als Jugendfreizeitheim auf der Fläche möglich. Nichtsdestotrotz ist die Fläche dann eine Weile ohne Genehmigung als kostenpflichtiger Parkplatz betrieben worden, bis dies behördlich unterbunden wurde. Weil der Bezirk auf dem Grundstück keinen Jugendklub mehr bauen wird, übergab er es an den Liegenschaftsfonds Berlin. Dieser prüfe derzeit, ob hier Wohnungsbau möglich ist. Sollte das der Fall sein, würde das Bebauungsplanverfahren mit neuer Zielstellung wieder aufgenommen werden, so Kirchner. Der Liegenschaftsfonds würde das Grundstück dann einer Wohnungsbaugesellschaft anbieten.

Vor diesem Hintergrund sei zu bezweifeln, dass der Liegenschaftsfonds als Grundstückseigentümer an einer Zwischennutzung der Fläche Interesse hat, so Stadtrat Kirchner.


Bernd Wähner / BW
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