Eigentümer und Betreiber haben unterschiedliche Baupläne

Kreuzberg. Im Juli 2013 ist der Festsaal Kreuzberg in der Skalitzer Straße abgebrannt. Die Betreiber bemühen sich seither um einen Wiederaufbau und haben dafür nach eigenen Angaben am 18. Februar einen Bauantrag eingereicht.

Gleichzeitig wurde einen Tag später im Stadtplanungsausschuss bekannt, dass auch der Besitzer des Grundstücks eine Bauvoranfrage gestellt hat. Sie bezieht sich auf einen Lückenschluss an der Straße. Abgefragt wird, ob dort ein Bürogebäude errichtet werden kann.

Zwei Bauvorhaben auf dieser Fläche, das könnte möglicherweise Probleme geben, so eine erste Einschätzung beim Stadtplanungsamt. Denn damit wäre das Grundstück nahezu vollständig bebaut. Detailliert äußern wollte man sich zu dem Vorgang aber noch nicht. Denn bisher könne noch nicht eingeschätzt werden, was der Eigentümer mit seinem Vorgehen konkret bezwecke.

Einigermaßen entspannt sieht auch Festsaal-Sprecher Björn von Swieykowski, die Bürohaus-Anfrage. "Wir wussten bereits, dass sich der Eigentümer mit solchen Plänen beschäftigt." Wahrscheinlich, so seine Vermutung, wolle er einmal abklären, was auf der Fläche möglich ist. In der Nachbarschaft des Geländes gibt es in der Oranienstraße ein Galvanikbetrieb, der mit gefährlichen Stoffen arbeitet. Im Umfeld eines solchen Unternehmens sind Neubauten, vor allem solche, in denen sich viele Menschen aufhalten, untersagt. Der Abstandsradius verläuft mitten durch das Grundstück an der Skalitzer Straße. Das Festaal-Gebäude liegt noch innerhalb, die Fläche für das geplante Bürohaus dagegen in Teilen bereits außerhalb.

"Unsere Pläne beziehen sich auf eine Instandsetzung und nicht auf einen Neubau", erklärt Björn von Swieykowski. Das sei auch durch Gutachten bestätigt worden. Eine Instandsetzung sei trotz strenger Bestimmungen erlaubt.

Bevor es aber dazu kommt, brauchen die Betreiber noch eine Menge Geld. Sie rechnen mit rund 400.000 Euro. Ein Teil sei durch Versicherungen abgedeckt. Aufgebracht werden soll das Geld durch Fördermittel, Kredite sowie Spenden. Mehr als 32.000 Euro hat bereits eine Crowdfoundingaktion erbracht.


Thomas Frey / tf
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