Toilette am Mehringdamm ist ausgeschrieben

Die Toilettenanlage auf dem Mittelstreifen der Yorckstraße. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Für die ehemalige unterirdische Toilette an der Kreuzung Mehringdamm und Yorckstraße hat der Bezirk jetzt ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Es läuft bis zum 27. März.

Bereits in den vergangenen Monaten haben sich immer wieder Interessenten gemeldet, die die Bedürfnisanstalt nutzen möchten. Natürlich nicht als WC, sondern beispielsweise als Galerie, Café oder für Veranstaltungen. Sie können jetzt ihre Ideen präsentieren. Außerdem haben sie bei einem Vorort-Termin am 4. März ab 14 Uhr die Möglichkeit, die Räume anzuschauen. Der Bezirk wünscht sich vornehmlich Projekte mit einem kulturellen oder sozialen Schwerpunkt. Außerdem sollte eine kommerzielle Nutzung nicht im Vordergrund stehen.

Das Untergrundlokal hat mit ungefähr 50 Quadratmetern nur eine relativ kleine Fläche. Erste Fotos auf der Website des Bezirksamtes zeigen, dass sich das Objekt in einem ziemlich maroden Zustand befindet. "Die Anlage müsste umfangreich saniert werden", macht Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne) klar. "Zum Beispiel in Sachen Brandschutz, Heizung oder Elektrik. Es ist die Frage, ob das für einen Investor lukrativ ist."

Panhoff und die Grünen-Fraktion in der BVV sind ohnehin keine großen Fans einer künftigen Nutzung. Der Stadtrat hätte das Gemäuer "am liebsten zugeschüttet." Die Grünen verlangen jetzt, dass lediglich der unterirdischen Raum, aber nicht die Freiluftfläche auf der Mittelinsel genutzt werden darf. Genau das scheinen aber viele Interessenten vorzuhaben und wollen im Außenbereich zum Beispiel Gastronomie anbieten.

Die Gegend sei bereits jetzt durch andere Lokale und Imbisse stark frequentiert, meint Panhoff. Zusätzliche Lärmprobleme wären die Folge. Außerdem würden die Grünen gerne den gesamten Mittelstreifen zu einer Grünanlage umfunktionieren. Allerdings wird sich diese Idee in den kommenden Jahren oder gar Jahrzehnten schon aus Geldmangel kaum realisieren lassen.

Die Vertreter der anderen Fraktionen sehen das nicht so eng und drückten gegen die Bündnispartei sowohl das Interessenbekundungsverfahren, als auch eine offenere Haltung zum Thema Freiluftbetrieb durch. "Wir sollten zunächst einmal abwarten, was für Vorschläge kommen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Andy Hehmke. Entscheidend sei, wie das Gesamtkonzept aussehe.

Einzureichen sind die möglichen Projekte bis 27. März beim Tiefbau und Landschaftsplanungsamt.

Thomas Frey / tf
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