Bezirk will den Erhalt der Sammelbehälter für Altglas

Lichtenberg. Immer mehr Hausglastonnen verschwinden von den Müllsammelplätzen der Berliner Wohnungsbaugesellschaften. Das Bezirksamt Lichtenberg hält dieses Vorgehen für falsch.

"Wir sind vom Einstellen dieses Holsystems überrascht", sagt der für Ordnungsangelegenheiten zuständige Lichtenberger Stadtrat Andreas Prüfer (Die Linke). Offenbar habe die Entsorgungsfirma beanstandet, dass die Glastonnen, in die Weiß- und Buntglas kommt, zu stark verunreinigt waren.

In einer mündlichen Anfrage in der Dezember-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung machte die Lichtenberger Fraktion Die Linke das Verschwinden der Hausglastonnen zum Thema. Sie forderte vom Bezirksamt, sich für den Erhalt der Hausglastonnen einzusetzen.

Denn aufgrund einer Vereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der zuständigen Entsorgungsfirma in Lichtenberg - aber auch in Marzahn-Hellersdorf und in Treptow-Köpenick - schaffen die Wohnungsbaugesellschaften derzeit die Glasrecyclingtonnen sukzessive ab. Die Mieter sollen ihre leeren Flaschen und Gläser stattdessen zu den sogenannten Altglas-Iglus bringen.

"Bislang gibt es im Bezirk Lichtenberg 500 solcher Iglus", weiß Prüfer. Mit der Entfernung der Hausglastonnen soll aber die Anzahl der Iglus im öffentlichen Straßenland steigen. Alle 300 Meter könnten bald die rundlichen Behälter stehen, was das öffentliche Straßenbild deutlich verändern würde. Stadtrat Prüfer jedenfalls hält diese Lösung für wenig sinnvoll. Er werde entsprechende Anträge auf Sondernutzung des öffentlichen Straßenlandes "mit ganz spitzen Fingern anfassen". Ohnehin halte sich die Zahl der Anfragen bislang in Grenzen. "Bis jetzt haben wir fünf neue Anträge erhalten, die das Aufstellen von Iglus betreffen." Wie der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU) möchte auch Prüfer die Glastonnen der Wohnungsgesellschaften erhalten - und verbessern. "Ein zusätzlicher Container für Braunglas wäre eine Idee", so der Stadtrat.

Nach einem Beschluss der Bezirksverordneten wird sich das Bezirksamt Lichtenberg nicht nur für den Erhalt der restlichen Hausglastonnen einsetzen. Vielmehr will es sich sogar dafür stark machen, dass die bereits entfernten Behälter wieder aufgestellt werden.

Unterstützung gibt es vom umweltpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Danny Freymark. Die Abschaffung der Hausglastonnen sei "nutzerunfreundlich", so Freymark. Die Gefahr bestünde, "dass viele ihr Altglas nun im Hausmüll entsorgen". Auch er fordert eine "Korrektur der Glassammlung auf das dreigegliederte System in Berlin".


Karolina Wrobel / KW
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