Bezirksamt legt neues Konzept für den Abbau von Personal vor

Lichtenberg. Mehr als 14 Prozent des Verwaltungspersonals sollen bis 2020 eingespart werden. Über das Konzept wird die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 24. Januar abstimmen.

"Bauanträge werden später bearbeitet, Spielplätze und Parks werden schmutziger sein, Blumen werden verschwinden, Bibliotheken werden ihre Öffnungszeiten zusammenstreichen", so malt sich Christian Petermann die Folgen des Personalabbaus in der Bezirksverwaltung aus. Der Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke kritisiert den Abbau von etwa 300 Stellen. Das verlangt der Senat vom Bezirksamt. Erstmals bestimmt die Bevölkerungsanzahl in den Bezirken die Größe der Bezirksverwaltung. Für Lichtenberg heißt das: die Verwaltung ist zu groß und muss um mehr als 14 Prozent schrumpfen. Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) muss dem Beschluss nachkommen, auch wenn er diese Entscheidung für falsch hält. Zwar sollen mit dem eingesparten Personal Kosten gespart werden. Aber: "Es wird erst mal teurer", wendet der Stadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU), ein. Allein im Grünflächenamt sollen in den nächsten Jahren 88 Stellen wegfallen. "Die Konsequenz: Wir müssen Aufträge an Dritte vergeben." Nünthel rechnet damit, dass die Arbeit damit schlechter ausfallen wird. Dem pflichtet indirekt der Bürgermeister bei. "Man kann nicht so viele Beschäftigten verlieren, ohne dass es auffällt. Die Bearbeitungszeiten innerhalb der Verwaltung werden sich verlängern." Auf den Bürgerservice in den Bürgerämtern soll sich das jedoch nicht auswirken.

Auf der Streichliste des Bezirksamts stehen nicht nur etwa 16 Mitarbeiter der vier kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen, die ab 2014 an freie Träger übergeben werden sollen. Insgesamt werden im Jugendbereich mehr als 30 Stellen abgebaut werden, informiert Stadträtin Christina Emmrich (Linkspartei). Zehn Stellen sollen im Gesundheitsamt wegfallen. Auch 20 Hausmeister und Pförtner aus dem Bereich Facility Management stehen auf der Streichliste. Zudem sollen alle sieben kommunalen Seniorenfreizeitstätten an freie Träger übergeben werden. Das spart noch mal sieben Stellen. Die Streichliste des Bezirksamts sei ein Vorschlag, bekräftigt der Bürgermeister. Er sei offen "für Alternativen aus der BVV". Das dürfte auch eine Aufforderung an die Linke-Fraktion in der BVV sein.


Karolina Wrobel / KW
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