Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) freut sich über den Zuzug von Familien

Der Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) blickt optimistisch ins Jahr 2014. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Lichtenberg ist inzwischen vor allem bei jungen Familien angesagt. Eine Folge des wachsenden Zuzugs ist ein absehbarer Mangel an Schulplätzen. Die Berliner-Woche-Reporterin Karolina Wrobel sprach mit Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) über die Entwicklung des Bezirks.

Im Jahr 2013 feierte der Bezirk sein 725. Gründungsjubiläum. Doch der Ort wird vor allem mit der DDR verbunden. Das Image von Stasi und Platte - hat es sich geändert?

Andreas Geisel: Diese alten Stereotypen ziehen heute nicht mehr. Lichtenberg im 21. Jahrhundert ist ein wachsender, moderner Großstadtbezirk, der lebens- und liebenswert ist. Ihn und seine 725-jährige Geschichte lediglich auf 40 Jahre DDR reduzieren zu wollen, wird ihm nicht gerecht. Und auch die 40 Jahre DDR bestanden ja nicht nur aus Repression, sondern waren gelebtes Leben vieler Menschen, geschaffene Werte und Fortschritt. Für mich ist Lichtenberg historisch ein Ort der friedlichen Revolution. Der Sturm auf die Normannenstraße war 1990 einer der letzten Höhepunkte des friedlichen Umbruchs. Und heute sind wir ein kinder- und familienfreundlicher Bezirk. Der Aufschwung ist überall zu sehen.

Immer mehr Familien ziehen nach Lichtenberg. Als Folge fehlen Schulplätze. In den nächsten fünf Jahren müssen zwölf Grundschulen ans Netz gebracht werden ...

Andreas Geisel: Jedes Kind, das eine Lichtenberger Schule besuchen möchte, erhält bei uns einen Schulplatz, heute und auch in Zukunft. Aktuell besteht kein Mangel und damit das in den nächsten Jahren so bleibt, müssen wir kontinuierlich neue Schulplätze schaffen. 2014 eröffnen neue Schulen in der Siegfriedstraße und in der Dolgenseestraße und bestehende Schulen werden mit fünf mobilen Unterrichtseinheiten erweitert. 2016 folgt eine Schule in der Wartiner Straße 6 in Hohenschönhausen. Fast unsere gesamten Investitionen sind auf neue Schulen ausgerichtet und der Senat unterstützt uns tatkräftig mit Förderprogrammen. Ich verstehe die immer wieder geäußerten Sorgen, aber wir garantieren selbstverständlich die Schulplatzversorgung, auch bei steigenden Kinderzahlen.

Schulen stehen auch im Bezirkshaushalt für die Jahre 2014 und 2015 im Mittelpunkt. Denn im Gebäudebestand gibt es einen Sanierungsstau von 96 Millionen Euro. Mit welchen Verbesserungen können Schulen rechnen?

Andreas Geisel: Es gibt aktuell noch einen Sanierungsbedarf in Höhe von 96 Millionen Euro, allerdings umfasste er im Jahr 2006 noch 200 Millionen Euro. Das heißt einerseits natürlich, dass noch viel zu tun ist, andererseits kommen wir bei der Sanierung von Schulen eben auch mit großen Schritten voran. Wenn wir wollen, dass jedes Kind die gleichen Startchancen für sein Leben bekommt, unabhängig von seiner Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern, dann müssen wir in unsere Schulen investieren. Das ist unser politischer Schwerpunkt. 2014 beginnen etwa die Sanierungen des Herder-Gymnasiums, der Karlshorster Grundschule und der Robinson-Grundschule.

Im Jahr 2013 kam der Bezirk der Forderung des Abgeordnetenhauses nach und beschloss, Personal abzubauen. Die Verwaltung schrumpft um 17 Prozent. Wie handlungsfähig ist der Bezirk in Zukunft?

Andreas Geisel: Wir sind voll handlungsfähig und modernisieren die Verwaltung, was dringend nötig ist. Die Personalentscheidung hat zwei Seiten. Neben dem kritisierten, altersbedingten Stellenabbau ermöglicht sie uns erstmals seit über 20 Jahren auch Neueinstellungen. Das haben wir 2013 ausgiebig genutzt und 95 Mitarbeiter eingestellt, etwa im Jugend- und im Gesundheitsamt. Alle 21 Auszubildenden des Bezirksamtes haben von uns Anschlussverträge erhalten. Die Lichtenberger Bezirksverwaltung ist auf einem guten Weg.


Karolina Wrobel / KW
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