Ehrenamtlichen Naturschutzwächter helfen beim Schutz der Artenvielfalt

Bei der Amphibienführung der Naturschutzwächter gab es Molche, Frösche und Erdkröten zu entdecken. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Sie zählen Frösche, halten nach geschützten Vogelarten Ausschau und achten auf seltene Pflanzen: die ehrenamtlichen Naturschutzwächter im Bezirk.

"Die Tätigkeit eines Naturwächters ähnelt eigentlich einem Spaziergang in der Natur. Ich sehe es nicht als Arbeit", sagt Melanie Stein-Starke. Sie ist eine von zehn Naturschutzwächtern, die im Auftrag des Bezirksamts Lichtenberg regelmäßig in geschützten und schützenswerten Gebieten unterwegs sind. Mehrmals im Monat besucht Stein-Starke die Teiche, Tümpel und Gewässer im Landschaftspark Herzberge. Ausgerüstet mit Block, Stift und gespitzten Ohren beobachtet sie die Natur, zählt Frösche, Erdkröten und andere Amphibien. "Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn ich mich einem Tümpel nähere, höre ich es oft schon platschen. Das sind meistens Teichfrösche, die sich ins Wasser verziehen", weiß die Naturschutzwächterin. Ihre Aufgabe ist es dann, genau hinzuhören und hinzuschauen. Denn ob es sich um einen Teichfrosch handelt oder eine Erdkröte, erkennt die Naturschützerin erst, wenn sie das Tier im Teich mit geschultem Blick ausmachen kann.

"Amphibien sind einer der besten Indikatoren für Umweltveränderungen", weiß der Chef des Bereichs Naturschutz im Bezirksamt, Heinz Nabrowsky. Deshalb ist die Zählung der Amphibien durch die ehrenamtlichen Naturschutzwächter besonders wichtig.

In zehn Gebieten sind die Wächter das ganze Jahr über unterwegs: Von dem Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder, über den Wartenberger/ Falkenberger Luch über das geplante Landschaftsschutzgebiet Herzberge bis zum Biesenhorster Sand und den geschützten Biotopen in der Rummelsburger Bucht. Mit ihrer Hilfe entstehen umfangreiche Datensätze, die neben Zählungen der Artenvielfalt der Amphibien auch die unterschiedlichen Vogelarten, geschützte Pflanzenarten oder Wildtiere wie Rehe und Feldhasen umfassen. Festgehalten werden sowohl der Ort als auch die Zeit der Beobachtung.

Jährlich werden diese Datensätze ausgewertet. So entsteht ein umfassendes Bild über die Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt im Bezirk. "Uns geht es darum, den Bestand der schützenswerten Tiere im Bezirk zu erfassen. Wir wollen wissen, an welchen Stellen sie besonders stark vorkommen oder wo wir Schutzmaßnahmen einleiten müssen", erklärt der Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) die Notwendigkeit des Einsatzes der ehrenamtlich Tätigen. Das Bezirksamt könne diese Arbeit mit der aktuellen Personalstärke nicht leisten, so der Stadtrat.

Allenfalls können die Mitarbeiter Zufallsbeobachtungen machen. Die koordinierte Arbeit der Naturschutzwächter hilft, Wissen zur Entwicklung der einzelnen Gebiete zu sammeln. Die Naturschutzwächter haben ein breites Allgemeinwissen über die Pflanzen-, Vogel- oder Amphibienarten.

Kleine Führungen und Schulungen durch die Experten des Bezirksamtes sorgen dafür, dass dieser Wissensstand erweitert wird. Denn die ehrenamtlichen Naturschutzwächter sollen vor allem eines mitbringen: Naturbegeisterung. "Am wichtigsten ist der Spaß an der Sache", so Nabrowsky.


Karolina Wrobel / KW
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