In Lichtenberg könnten 400 neue Plätze für Flüchtlinge entstehen

Das Corvushaus in der Herzbergstraße böte 400 Flüchtlingen Platz. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Im Berlinvergleich hat Lichtenberg bereits überdurchschnittlich viele Asylbewerber untergebracht. Weil die Flüchtlingszahlen aber weiter steigen und daher immer mehr Plätze gebraucht werden, sucht der Bezirk nach neuen Standorten für Heime.

Mehr als 4000 Flüchtlinge werden insgesamt in Berlin gezählt. "Wir bieten in Lichtenberg bereits etwa 1400 Plätze für Flüchtlinge an", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU). Die Flüchtlinge unterzubringen ist eine gesamtstädtische Aufgabe; sie wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales koordiniert. In Absprache mit den Bezirken sucht das Amt immer wieder nach neuen Domizilen, denn die Flüchtlingszahlen steigen stetig. Lichtenberg hat in der Rhinstraße eine Erstaufnahmestelle, weitere Heime gibt es in der Werneuchener Straße und in der Max-Brunow-Straße.

Erneut sind nun Standorte sind im Gespräch. So hat ein Hauseigentümer ein sechsgeschossiges, leer stehendes Bürogebäude in der Lichtenauer Straße dem Landesamt für Gesundheit und Soziales zur Nutzung angeboten. Das Haus liegt in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Der Bezirk aber lehnt ein Asylbewerberheim an diesem Standort entschieden ab. "Wir werden dort kein Wohnen genehmigen", sagt Stadtrat Nünthel. Das Areal sei ein Gewerbegebiet und für die gewünschte Nutzung nicht geeignet.

Statt dessen bietet das Bezirksamt Alternativen an. Eine wäre das Corvushaus in der Herzbergstraße 82-86. "Wir können uns vorstellen, das Haus dem Landesamt zur Verfügung zu stellen", sagt Nünthel. Im Gebäude könnten bis zu 400 Flüchtlinge Platz finden. "Diese Nutzung kommt allerdings nur für eine Übergangszeit infrage."

Die Einrichtung weiterer Heime sei auf Dauer schwierig, erläutert Nünthel. Denn zusätzliche Standorte binden auch zusätzliche Kräfte. So müssen die oft traumatisierten Flüchtlingskinder im Grundschulalter dennoch unterrichtet werden - dafür ist der Bezirk zuständig. Wegen der Sprachbarrieren ist der Unterricht aber nur in kleinen Klassen möglich, außerdem benötigen die Kinder meistens eine besondere Förderung.

Ferner muss der Bezirk sicherstellen, das die Flüchtlinge nur an Standorten untergebracht werden, die für diesen Zweck auch geeignet sind. Und er muss gerade in Wohngebieten versuchen, eventuelle Konflikte zwischen Anwohnern und Asylbewerbern durch Aufklärung und Einbindung im Vorfeld zu vermeiden.


Karolina Wrobel / KW
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